Allianz weiter auf Brautschau

Versicherungen von Martin Thaler

Generali, QBE oder doch jemand anderes: Die Allianz sucht laut Oliver Bäte weiter nach Kandidaten für Zukäufe. Gegenüber seinen konzerneigenen Kritikern schlägt der Allianz-Chef versöhnliche Töne an.

Will auf seine Kritiker zugehen: Allianz-Chef Oliver Bäte.

Will auf seine Kritiker zugehen: Allianz-Chef Oliver Bäte. Foto: Allianz

Die Allianz setzt weiter auf Übernahmen. „Wer nicht wächst, stirbt“, erklärte Allianz-Chef Oliver Bäte im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“. Die Münchener müssten weiter in Wachstum investieren, erklärte Bäte weiter.  

Die vergangenen Wochen waren ja bereits voll mit potenziellen Brautpartnern der Münchener. Zuerst hieß es, dass der europäische Branchenführer eine Übernahme der italienischen Generali prüfe. Kurze Zeit später hieß es, dass die italienische Bank Intesa Sanpaolo beim Versicherer zugreifen wolle, die Allianz sich aber in Folge dieser Übernahme an einigen Filetstücken der Generali bedienen könne. Mittlerweile hat Intesa diese Gerüchte jedoch dementiert. Man bereite kein Übernahmeangebot für den italienischen Versicherer vor, sagte ein Sprecher, wie das „Handelsblatt“ berichtet.  

Anfang dieser Woche hieß es dann, dass die Allianz den australischen Versicherer QBE schlucken möchte. Die Australier blockten indes ab, von der Allianz gibt es hierzu keinerlei Kommentar. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung hatte Bäte Anfang des Monats erklärt, grundsätzlich überall auf der Welt nach entsprechenden Übernahmekandidaten zu schauen. Voraussetzung: Es handelt sich um ein größeres Unternehmen. „Kleinere Unternehmen kaufen, ergibt für uns keinen Sinn.“  

Vollzug konnte das Unternehmen indes in Irland melden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, konnte die Allianz die übrigen Aktionäre (Canada Life) aus der Holdinggesellschaft Allianz Irish Life, dem zweitgrößten Schaden- und Unfallversicherer in Irland, herauskaufen. 160 Millionen Euro soll dies kosten. 2015 verbuchte Allianz Irish Life Bruttobeiträge in Höhe von knapp 500 Millionen Euro, der Gewinn betrug 42 Millionen Euro.  

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