Was Vertriebe von geschlossenen Immobilienfonds fordern

Sachwerte von Stefan Terliesner

Geschlossene Immobilienfonds: Bei Vertrieben und Einkäufern sinken die Ansprüche an die Rendite. Welche Kriterien bei der Objektauswahl entscheiden und welche Nutzungsarten favorisiert sind.

Vertreiber geschlossener Immobilienfonds senken ihre Renditeerwartungen

Vertreiber geschlossener Immobilienfonds senken ihre Renditeerwartungen. Fotolia / Stockfotos-MG

Zum fünften Mal führte WealthCap, ein Tochterunternehmen der italienischen Großbank Unicredit, eine Studie zu Anforderungen von Vertrieben und Produkteinkäufern an geschlossene Immobilienfonds durch. Teilgenommen haben fast 100 Vertriebspartner mit einem jährlichen Absatzvolumen von 600 Millionen Euro. Hier die Ergebnisse:

Produktausgestaltung: Sinkende Renditeerwartung

Die 4 ist die neue 5 – die Renditeerwartungen der Studienteilnehmer sind in den vergangenen Jahren konstant zurückgegangen.  Im Jahr 2012 wurde von einem Fünftel der Teilnehmer 6 % Ausschüttung und mehr gefordert, heute erwartet das anspruchsvollste Fünftel lediglich 5 % und mehr. Die Laufzeit wird zudem immer weniger als Anlegerhindernis gesehen, sondern steigt langsam zum Wert an sich auf, der eine auskömmliche Rendite für einen längeren Zeitraum in Aussicht stellt.

Nutzungsarten: Büro stets vorn, Wohnen trotz Renditerückgangs im Aufwind

Büro ist und bleibt die favorisierte Nutzungsart über die gesamten fünf Jahre. Das gilt für den Untersuchungsschwerpunkt Deutschland und auch für die USA. Die Nachfrage, insbesondere in den Großstädten und Innovationszentren, steigt weiter an. Die Bedeutung von Wohnen in Deutschland hat sich seit 2012 nahezu verdoppelt –  trotz starkem Kostenanstiegs in vielen Märkten.

Standorte: Deutschland bleibt hoch relevant, USA gewinnt weiter an Bedeutung

Auch, wenn es nicht überrascht: Die deutsche Immobilie ist und bleibt das Maß der Dinge. Nahezu alle Studienteilnehmer interessieren sich für deutsche Immobilienbeteiligungen. Mehr als drei Viertel interessieren sich auch für den US-Immobilienmarkt, und auch hier spielt Diversifikation eine große Rolle. Am Ende bleibt die Zukunftsperspektive der Immobilie und des Standorts entscheidend.

Prämissen: Qualität wichtiger als hohe Renditeversprechen

Hochwertige Objekte, Top-Mieter und nicht zuletzt ein Qualitätsanbieter sind für die Studienteilnehmer zentrale Anreize für eine Investition. Objekt- und Standortqualität waren in jedem Untersuchungsjahr das wichtigste Kriterium. Diversifikation über mehrere Ebenen, wie Objekte, Mieter, Standorte, aber auch Währungen. Quantitative Kriterien wie Ausschüttung und Rendite sind Hygienefaktoren, die stimmen müssen.

Zur Umfrage: Es nahmen Partner aus allen Vertriebskanälen, von Geschäfts- und Privatbanken über Sparkassen und Raiffeisenbanken bis zu freien Finanzdienstleistern, teil. Die Studie wurde mittels eines Online-Fragebogens im November/Dezember 2016 personalisiert durchgeführt.

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