Über Jobs, Zinstief und Donald Trump

Versicherungen von Martin Thaler

Die Präsidentschaft von Donald Trump könnte sich für die Allianz positiv auswirken, vermutet deren Chef Oliver Bäte. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußerte sich Bäte auch über die Angst seiner Mitarbeiter vor dem Jobverlust.

Erwartet positive Auswirkungen durch die Trump-Präsidentschaft: Allianz-Chef Oliver Bäte.

Erwartet positive Auswirkungen durch die Trump-Präsidentschaft: Allianz-Chef Oliver Bäte. Foto: Allianz

Allianz-Chef Oliver Bäte verspricht sich positive Effekte von der Präsidentschaft Donald Trumps – zumindest wenn Trump, der am Freitag zum Präsidenten der USA gewählt wird, seine angekündigten Pläne umsetzt. „Die geplante Senkung der Unternehmenssteuern in den USA wäre für uns gut, weil wir dort sehr viel Steuern zahlen“, erklärte Bäte im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.  

Auch würde ein starker Dollar positive Auswirkungen auf die Allianz-Zahlen in Euro haben. Zudem sei eine Lockerung der Aufsichtsregeln positiv zu bewerten, so Bäte. Allerdings bleibe abzuwarten, „was es mit dem Protektionismus und anderen Themen auf sich hat.“ In einem am Sonntagabend veröffentlichten Interview mit der Bild-Zeitung sowie der Londoner „Times“ hatte Trump noch einmal deutlich gemacht, wie sehr Amerika für ihn an erster Stelle komme.  

Angesprochen auf eine mögliche Zinswende, erklärte Bäte, weiter von einem langfristigen Zinstief auszugehen. „Wir gehen vom Schlimmsten aus: Europa könnte eine Japan-Szenario mit Niedrigzinsen für lange Zeit erleben. Wenn sich das ändert, ist das eine positive Überraschung“, erklärte Bäte.  

Auch mögliche Übernahmen seitens der Allianz waren Bestandteil des Gesprächs. Bäte erklärte, dass dem Unternehmen nur eine größere Übernahme helfen würde. Zwar hätten die Münchener mögliche Übernahmeziele in den USA im Blick, „aber wir gucken nicht krampfhaft auf alles, was sich bewegt“. Interessant seien dabei vor allem die Bereiche Sachversicherung, Vermögensverwaltung und Kreditversicherung.  

Im Hinblick auf seine eigenen Mitarbeiter und das Thema Digitalisierung konnte Bäte diesen gegenüber nur folgende Botschaft vermitteln: „Wir können keinen Job garantieren, aber ich kann sagen, wer von der Allianz kommt, kriegt meistens irgendwo anders auch einen Job.“ Die Angst der Mitarbeiter um ihren Job sei allerdings kein Allianz-spezifisches Phänomen, sondern in der gesamten Branche zu beobachten.