RLV: Was Makler zur Erbschaftssteuer wissen müssen

Themenseite Risikolebensversicherung von Bernd Schlagensetter

Bei der Auszahlung von Risikolebensversicherungen kassiert letztlich auch das Finanzamt mit. Wer hiervon besonders betroffen ist und wie man unnötige Zahlungen vermeidet.

Bei der Erbschaft gilt es einiges zu beachten.

Bei der Erbschaft gilt es einiges zu beachten. Foto: geralt - Pixabay.de

Wer eine Risikolebensversicherung abschließt, will seine Angehörigen für den Fall des eigenen Ablebens absichern – sie sollen auch ohne den Verstorbenen zumindest finanziell auskommen. Da ist es natürlich von Nachteil, wenn auch der Staat seine Hand aufhält und sich seinen Teil vom Kuchen sichern möchte. Denn zwar wird auf die Kapitalleistung aus einer Risikolebenspolice keine Einkommenssteuer fällig, jedoch kann sich der Staat über die Erbschaftssteuer seinen Anteil holen – Versicherungsnehmer sollten entsprechend aufpassen.  

Die Höhe der fällig werdenden Erbschafssteuer ist dabei nicht nur abhängig von der Höhe der Erbschaft, sondern auch vom Verwandtschaftsverhältnis, in dem der Begünstigte zum Erblasser steht. Die jeweiligen Erben werden hier in bestimmte Steuerklassen eingeteilt.  

In Steuerklasse 1 fallen laut § 15 Erbschaftssteuergesetz: der Ehepartner, die Kinder (sowohl uneheliche wie auch eheliche, auch adoptierte) sowie Eltern und Großeltern (Ausnahme: bei Schenkungen).  

In Steuerklasse 2 fallen unter anderem: Geschwister, Schwiegereltern, Nichten, Neffen.  

In Steuerklasse 3 fallen dementsprechend alle weiteren Erben.  

Für diesen Erbengruppen gelten folgende Steuersätze:

 

Wert des Erbes (in Euro)Steuerklasse 1Steuerklasse 2Steuerklasse 3
75.0007 %15 %30 %
300.00011 %20 %30 %
600.00015 %25 %30 %
6.000.00019 %30 %30 %
13.000.00023 %35 %50 %
26.000.00027 %40 %50 %
Über 26.000.00030 %43 %50 %

Allerdings können insbesondere nahe Angehörige die Erbschaftssteuer meist vermeiden, zumindest wenn die Versicherungssumme niedrig ist. Das liegt an Freibeträgen, die der Staat gewährt – diese stehen in Korrelation zum Verwandtschaftsverhältnis. Heißt: Je enger das Verwandtschaftsverhältnis, desto höher der Freibetrag. Ein Überblick.

 

Erbende PersonFreibetrag in Euro
Ehepartner (auch bei eingetragenen Lebenspartnerschaften500.000
Kinder400.000
Enkel (deren Eltern noch leben)200.000
Nicht verheiratete Partner, Verlobte20.000

Wer also eine hohe Versicherungssumme vereinbart oder seinen Lebensgefährten, mit dem er aber nicht verheiratet ist, als Begünstigten einsetzen will, sollte über eine entsprechende Über-Kreuz-Versicherungslösung nachdenken. Hierbei versichert man nicht das eigene Leben, sondern das des Partners – dieser verfährt in gleicher Weise. Da man selbst Beitragszahler und Versicherungsnehmer ist, wird im Leistungsfall die Versicherungssumme nicht als Erbe gewertet – schließlich hat man selbst für den Hinterbliebenenschutz gezahlt.