Greift Allianz sich die Generali-Rosinen?

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Die italienische Großbank hat bestätigt, eine Übernahme der Generali in Erwägung zu ziehen. Profitieren könnte hiervon die Allianz. Auch die Axa meldete sich zu Wort.

Kann die Allianz von einer Übernahme der Generali durch die Großbank Intesa profitieren?

Kann die Allianz von einer Übernahme der Generali durch die Großbank Intesa profitieren? Foto: Allianz

Die Gerüchte um eine Übernahme des italienischen Versicherers Generali durch die Allianz gewinnen an Fahrt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die italienische Großbank Intesa Sanpaolo bestätigt, ein Zusammengehen mit der Generali in Erwägung zu ziehen.  Mit den Plänen vertraute Personen erklärten, dass die Bank die Mehrheit an der Generali übernehmen wolle, auch um einen Verkauf des Versicherers an den französischen Konkurrenten Axa zu verhindern.  

In Paris wurde aber postwendend abgewiegelt. Axa-Chef Thomas Buberl bekräftigte auf einer Veranstaltung der „Süddeutschen Zeitung“ seine Ablehnung im Hinblick auf die Übernahme größerer Rivalen wie der Generali oder der Zurich. Zudem erklärte Buberl laut Nachrichtenagentur dpa, dass eine größere Akquisition auch vom Finanzmarkt nicht gut angenommen würde. So habe ihn ein führender Versicherungsanalyst vor einer Übernahme der Generali mit folgenden Worten gewarnt:  „Thomas, wenn du das tust, wirst du gekreuzigt." Buberl erklärte, er wolle aber nicht gekreuzigt werden.  

Die Generali scheint über Einstieg der größten italienischen Filialbank, die auch selbst als Versicherer tätig ist, indes nicht erfreut. Einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge, erhöhte der Versicherer durch einen Anleihenkauf an der Intesa die Übernahme-Hürden für die Bank. Diese muss nun für 60 Prozent des Unternehmens ein Übernahmeangebot vorlegen.  

Und die Allianz? Die könnte von der Übernahme der Generali profitieren, mutmaßt das „Manager Magazin“ – und zwar wenn sich nach einer Übernahme der neue Bank- und Versicherungsriese aus Wettbewerbsgründen von einigen Firmenbestandteilen trennen müsste. Dann könnte sich die Allianz einige Rosinen herauspicken, mutmaßt ein Börsianer gegenüber der Zeitung. Diese Rosinen liegen allerdings wohl nicht in Deutschland – das deutsche Geschäft der Generali gilt als problembehaftet. Stattdessen wird gemutmaßt, dass die Allianz stattdessen auf das Geschäft in Frankreich oder Osteuropa aus ist.  

Wie geht es jetzt weiter?

Am Donnerstag kommt bei der Generali der Verwaltungsrat zusammen. Gerüchten zufolge, über die das Handelsblatt berichtet, soll Finanzchef Alberto Minali seinen Posten verlieren. Minali gilt als Gegner eines Verkaufs, darüber hinaus gibt es Differenzen mit Generali-Chef Philippe Donnet. Am Freitag kommt dann der Verwaltungsrat bei der Intesa zusammen. 

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