Gefährden fehlende Rauchmelder den Versicherungsschutz?

Top News Berater Meistgeklickt von Martin Thaler

Doch sehen das die Mitgliedsunternehmen des GDV ähnlich? Schließlich sind sie die Ansprechpartner der Versicherungsnehmer, wenn es um die Begleichung von Schäden geht. procontra fragte exemplarisch bei fünf Unternehmen an. Hier lesen Sie die Rückmeldungen.  

Allianz:  

Wir empfehlen die Installation von Rauchmeldern, da sie Leben retten können. Das Fehlen eines Rauchmelders trotz gesetzlicher Vorgaben vieler Bundesländer hat bei der Allianz in der Wohngebäude- und in der Hausratversicherung keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Denn Rauchmelder können keinen Brand verhindern. Wenn ein Rauchmelder Alarm meldet, brennt es meistens schon. Rauchmelder dienen dazu, dass die Betroffenen die Gefahr für Leib und Leben erkennen und das Haus so schnell wie möglich verlassen. Ein Rauchmelder soll nicht vor Sachschäden schützen, sondern Menschenleben retten. Daher wird die Allianz deutschlandweit auch bei Verstoß gegen die Rauchmelderpflicht den Versicherungsschutz in der Wohngebäude- und Hausratversicherung in vollem Umfang bieten.  

Gothaer:  

Generell raten wir allen unseren Kunden dringend, die kleinen und auch preisgünstigen Geräte anzubringen und so das eigene Leben zu schützen. In der Regel haben unsere Kunden aber wegen fehlender oder nicht betriebsbereiter Rauchwarnmelder keine nachteiligen Konsequenzen zu erwarten; den Versicherungsschutz wollen wir nicht einschränken. Wir verzichten daher auf die sogenannte „Einrede grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzung“.  

In Fällen, bei denen der Kunde jedoch absichtlich gegen die Sicherheitsvorschrift verstoßen hat (z.B. bei ausdrücklichem Hinweis auf Bestehen der Sicherheitsvorschrift durch die Feuerwehr oder wenn eine Auflage erteilt wurde, Rauchwarnmelder anzubringen, etc.), behalten wir uns allerdings individuell vor, eine sogenannte „vorsätzliche Obliegenheitsverletzung“ einzuwenden. Dies hätte dann die Leistungsfreiheit des Versicherers zur Folge.  

Axa:  

Rauchmelder dienen primär dem Personenschutz und sind weniger dazu geeignet, einen Brand zu verhindern oder Sachschäden vorzubeugen. Jedes Jahr sterben Menschen bei Bränden, die meisten werden nachts im Schlaf vom Feuer getötet. Dabei sind es meist nicht die Flammen selbst, die töten, sondern die giftigen Rauchgase, die durch die Brände entstehen.  

Um Unsicherheiten bei Kunden und Vertriebspartnern hinsichtlich des Versicherungsschutzes zu vermeiden, haben wir schon vor ein paar Jahren entschieden, dass ein Verstoß gegen die Rauchmelderpflicht bei unseren Gesellschaften in der Wohngebäude - und Hausratversicherung im Schadenfall nicht zu einer Beeinträchtigung des Versicherungsschutzes führt. Selbstverständlich entbindet dieses Entgegenkommen aber nicht von der ja sehr sinnvollen Einhaltung der gesetzlichen Rauchmelderpflicht.  

VHV:  

Da die Geräte ausnahmslos dem Personenschutz und nicht dem Schutz der Sachwerte dienen, hat das Fehlen eines Rauchmelders – trotz gesetzlicher Vorgaben – keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Die Regulierung der VHV entbindet den Versicherungsnehmer natürlich trotzdem nicht von der grundsätzlichen Einhaltung der gesetzlichen Rauchwarnmelderpflicht.  

Haftpflichtkasse Darmstadt:  

In unserer Regulierungspraxis sieht das so aus, daß wir die Auffassung tragen, dass Rauchmelder Leben retten und der Schutz vor Sachschäden dabei zweitrangig ist. Grundsätzlich muss der Versicherungsnehmer einer Hausrat-oder Gebäudeversicherung natürlich alle bestehenden gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsregelungen beachten. Hierzu kann auch die Rauchmelderpflicht (Installation, Wartung und Betrieb) gehören.    

Praktisch gibt es heute keine Auswirkungen auf den von uns gewährten Hausrat-Versicherungsschutz, weil der fehlende oder unsachgemäß betriebene Rauchmelder für den Schaden bzw. die Schadenhöhe ursächlich sein müsste. Ein solcher Zusammenhang kann in der Regel nicht hergestellt werden.

Fazit:

Makler sollten die gesetzlichen Änderungen zum Anlass nehmen, um das Gespräch mit ihren Mandanten zu suchen. Dabei sollte sowohl über die neuen Rahmenbedingungen, als auch die Haltung der Versicherer aufgeklärt werden. Selbst, wenn keine Vertragsänderungen erforderlich sein sollten, können Makler so zeigen, dass sie die Belange ihrer Mandanten im Blick haben. 

Seite 1: Rauchmeldergebot und der Versicherungsschutz
Seite 2: Das sagen die Unternehmen

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