Bundesbank: Preisboom bei Immobilien (noch) nicht gefährlich

Sachwerte von Stefan Terliesner

Die Bundesbank geht von einer Überbewertung von bis zu 20 Prozent bei Wohnobjekten in den Städten aus. Dennoch bestehe derzeit keine akute Gefahr für die Finanzstabilität. Privathaushalte bauen Verschuldung sogar ab.

Bundesbank

Die Bundesbank legte ihren Finanzstabilitätsbericht vor. Bild: @Bundesbank

Der in Deutschland seit 2010 zu beobachtende Aufwärtstrend bei den Wohnimmobilienpreisen setzte sich im ersten Halbjahr 2016 fort (siehe Grafik unten). In ihrem Finanzstabilitätsbericht 2016 geht die Deutsche Bundesbank von einer Überbewertung von 10 bis 20 Prozent bei Wohnimmobilien in den deutschen Städten im Jahr 2015 aus. Dennoch erkennt sie „derzeit keine unmittelbaren Gefahren für die Finanzstabilität“.

Moderates Kreditwachstum

Laut Bundesbank können Risiken für die Finanzstabilität entstehen, „wenn stark steigende Preise für Wohnimmobilien, eine starke Expansion des Kreditvolumens und nachlassende Standards bei der Kreditvergabe zusammenfallen.“ Danach sieht es derzeit nicht aus. So lag das Kreditwachstum am Immobilienmarkt im September 2016 bei 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. „Dies erscheint im Vergleich mit der seit Anfang der 1980er Jahre durchschnittlichen Jahreswachstumsrate der Immobilienkreditbestände von 4,9 Prozent aber eher moderat“, schreibt die Bundesbank.

Gesunkene Zinskosten

Zudem sei die Gesamtverschuldung der privaten Haushalte in den vergangenen Jahren tendenziell rückläufig. Auswertungen von Marktteilnehmern deuteten zwar auf relativ konstante Fremdkapitalanteile und Kreditbelastungsquoten hin, was aber vor allem auf die gestiegenen Wert der Immobiliensicherheiten sowie die gesunkenen Zinskosten zurückzuführen sei. Und schließlich sei der Anteil der Immobilienkredite mit einer anfänglichen Zinsbindungsdauer von über zehn Jahren im Neugeschäft gestiegen. Daher sei bei unverändertem Einkommen davon auszugehen, dass die Kreditbelastungsquoten der privaten Haushalte für die bestehende Verschuldung zumindest nicht steigen und somit die Risiken für die privaten Haushalte begrenzt seien.

Banken übernehmen Zinsänderungsrisiken

„Spiegelbildlich übernehmen die Banken während der Zinsbindungsfrist die Zinsänderungsrisiken“, schreibt die Bundesbank. Derzeit aber bestünden „keine unmittelbaren Gefahren für die Finanzstabilität durch Entwicklungen am deutschen Wohnimmobilienmarkt.“

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