Rendite von Gewerbeimmobilien sinkt

Sachwerte von Stefan Terliesner

Der Immobiliendienstleister JLL verzeichnet bei den Renditen von Gewerbeimmobilien den stärksten Rückgang seit zehn Jahren. Denn die Nachfrage übersteigt Objektangebot deutlich. Welche Rolle die Kreditvergabepolitik der Banken dabei spielt.

Gewerbeimmobilien, Büro

Gewerbeimmobilien: Der Immobiliendienstleisters JLL bemängelt das Fehlen guter und geeigneter Objekte. Bild: pixabay

Nach jahrelangem kräftigem Wachstum wird der deutsche Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien in diesem Jahr und wahrscheinlich auch im kommenden Turnus unter dem letztjährigen Höchststand verharren. Der Immobiliendienstleisters JLL macht einen eklatanten Mangel an guten und geeigneten Objekten dafür verantwortlich. Der hohe Anlagebedarf werde immer seltener befriedigt. Im Zuge dieser durch die Null- und Negativzinsen befeuerten enormen Nachfrage dürften die Preise - vor allem für sichere Core-Produkte - weiter steigen, meint JLL. Dies berichtet die Börsen-Zeitung anlässlich der Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen des Immobilienspezialisten in Berlin.

Transaktionsvolumen schrumpft

Demnach geht JLL davon aus, dass das Transaktionsvolumen gewerblicher Immobilien in Deutschland von rund 55 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 48 Milliarden Euro in diesem Jahr sinken wird. Für 2017 sagen die Experten ein Volumen von 45 bis 50 Milliarden Euro voraus.

In diesem Jahr seien die Spitzenrenditen über alle „Big 7“ - die Bürostandorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart - im Mittel um mehr als 50 Basispunkte auf 3,6 Prozent gesunken. Dies sei die stärkste Kompression innerhalb eines Jahres während der vergangenen zehn Jahre. Für 2017 erwartet JLL laut Zeitungsbericht „noch einen Tick“ geringere Renditen als derzeit. Nur bei den Einzelhandelsflächen dürften die Renditen stabil bleiben, während sie bei Logistikflächen um weitere 10 und bei Büros um 15 Basispunkte zurückgehen dürften.

Deutschland ist gesucht

Neben dem unzureichenden Angebot wirke die eher konservative Kreditvergabe der Banken als Marktregulativ. Spektakuläre Neubauvorhaben würden zu maximal 50 Prozent durch die Kreditinstitute finanziert. Einen höheren Anteil übernehme eine Bank nur, wenn ein „Top-Fonds“ im Hintergrund das Projekt begleite. Unverändert gelte Deutschland als „sicherer Hafen“. Ausländische Investoren würden ihr Engagement sogar noch ausbauen. Ihren Anteil am gewerblichen Deal-Volumen beziffert der Deutschland-Chef zum Jahresende auf rund 45 Prozent.