„Ohne Aktien geht es nicht“

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Das Deutsche Aktieninstitut fordert ein Umdenken in der Rentendiskussion. Damit verbunden ist der Ruf nach einer staatlichen Aktienzulage.

Eine drohende Rentenlücke könne nur mit verbrieften Anteilsscheinen geschlossen werden, argumentiert das DAI.

Eine drohende Rentenlücke könne nur mit verbrieften Anteilsscheinen geschlossen werden, argumentiert das DAI. Foto: skeeze - pixabay.de

Die Finanzierbarkeit des staatlichen Umlageverfahrens in der Altersvorsorge in Deutschland war wieder einmal das Thema in Frankfurt am Main. Dort trat ein Aktionsbündnis aus Deutsches Aktieninstitut (DAI) sowie Banken und Investmenthäusern vor die Presse und präsentierte das Ergebnis einer Studie: „Ohne Aktien geht es nicht“. Nur mit verbrieften Anteilsscheinen an börsennotierten Unternehmen könne eine drohende Rentenlücke geschlossen werden.  

Deutlich höhere Renditen  

Die derzeit von vielen Politikern favorisierte Lösung, das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung zu stärken, sei nicht zielführend, meint Christine Bortenlänger, der Geschäftsführende Vorstand des DAI. Aktuell diskutiert werden höhere Sozialbeiträge, mehr Steuerzuschüsse und/oder eine längere Lebensarbeitszeit. Nach Auffassung des Aktionsbündnisses sind Dividendentitel ein Ausweg.

„Wir müssen Aktien in einem viel größeren Umfang in der Altersvorsorge einsetzen“, fordert Bortenlänger. Sie untermauert ihre Forderung mit der Aussage, dass eine gut diversifizierte Aktienanlage in Zeiträumen von 30 Jahren und mehr eine durchschnittliche Rendite von bis zu zehn Prozent erwirtschafte.  

Forderungen an die Politik  

Um die Bedeutung der privaten wertpapierorientierten Anlage zu erhöhen, spricht sich das Bündnis für eine staatliche Förderung aller Anlageformen aus, also „auch für Aktienfonds“. Aus der Studie leiten die Autoren Handlungsempfehlungen für die Politik ab, die in einem Aktionsplan „Aktienorientierte Altersvorsorge“ zusammengefasst sind. Darin fordern sie:

  • mehr Flexibilität in der Ein- und Auszahlungsphase  von Riester-Fondssparplänen zu schaffen,  

  • Fördersätze der Riester-Zulagen an die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze anzupassen,  

  • eine staatliche Aktienzulage einzuführen für Finanzinstrumente, die sich für den langfristigen Vermögensaufbau besonders eignen (Förderkonzept Altersvorsorge),  

  • das aktienorientierte Beratungsangebot wieder zu stärken und  

  • eine nationale Agenda zur finanziellen Grundbildung aufzulegen.  

Das DAI ist ein eingetragener Verein, der die Interessen der kapitalmarktorientierten Unternehmen, Banken, Börsen und Investoren vertritt.