IDD-Umsetzung: Attacke auf Makler

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Der Entwurf zur IDD-Umsetzung stärkt vor allem eins: Die Abhängigkeit der Makler von Versicherern, so Prof. Dr. Hans-Wilhelm Zeidler in seinem Kommentar für procontra.

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Zeidler

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Zeidler hofft auf erfolgreiche Interventionen der Maklerverbände. Bild: Hans-Wilhelm Zeidler

Die Katze ist aus dem Sack. Der Referentenentwurf zur IDD-Umsetzung in nationales Recht liegt auf dem Tisch. Vereinzelt gibt es Beifall. So zum Beispiel von GDV und BVK. Besonders für die gesetzliche Verankerung des Provisionsweitergabeverbotes. Dabei hatte sich gerade hier eine vernünftige Praxis herausgebildet, unterstützt durch das OLG Köln. Dabei ist das Provisionsabgabeverbot so etwas wie das Ladenschlußgesetz. Aber das ist hier nicht das Thema.

Für Beifall- oder Buh-Rufe ist die eigene Interessenlage wichtig. Schauen wir durch die Brille des Maklers. Dann wird klar, dass der Entwurf die Ausschließlichkeit-Organisationen (AO) und die Honorarberater klar bevorzugt, zulasten der Makler. Dem Makler werden Auflagen gegeben und Chancen genommen, die den Berufsstand ein weiteres Mal drangsalieren. Beispiele?

Durch Streichungen in § 6 VVG scheint es möglich zu werden, daß Angestellte und AOen der Versicherer mit Hinweis auf Beratungsobliegenheiten Endkunden direkt ansprechen können, auch wenn ein Makler den Vertrag vermittelt hat. Wer derart regelt, hat von dem Wesen der Bestände keine Ahnung oder will einen Berufsstand aushöhlen.

Künftig soll der Makler ausschließlich vom Versicherer vergütet werden. Damit werden Abhängigkeiten erzeugt, die leicht gegen den Makler wirken können. Zum Beispiel ist das Vermitteln von Nettotarifen für den Makler dann perdu. Warum eigentlich?

Selig machend ist offensichtlich gemäß IDD die Honorarberatung. So wird sie auch dadurch gefördert, dass keine Stornohaftungszeiten verlangt werden, wenngleich die so vermittelten Verträge gleiches Stornoverhalten aufzeigen werden wie die durch Makler vermittelten.

Makler könnten geneigt gemacht werden, den Folgen des ebenfalls gegen die Makler gerichteten Regelungen des LVRG und den Vorzügen für die Honorarberatung aus dem IDD-Umsetzungsentwurf eine Umwidmung vom Makler- in den Honorarberatungsstataus vorzunehmen. Damit würde ein Berufsstand ausbluten.

Der VDVM hat ja Recht: Warum schaut der deutsche Gesetzgeber nicht auf die österreichische Lösung der IDD-Umsetzung, die gerechterweise eine gleiche Basis der verschiedenen Vertriebsansätze vorsieht?

Hoffentlich bringen die angekündigten Interventionen der Maklerverbände noch Vernunft in den Entwurf und Fairness im Umgang mit unterschiedlichen Beratungszugängen zum Kunden.

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