Wenig Vertrauen in Telematik-Tarife

Versicherungen von Martin Morgenstern

Datenschutz: Bei der Bereitschaft, persönliche Daten mit seinem Versicherer zu teilen, scheiden sich die Geister. In welchen Bereichen die Sorgen besonders groß sind und wo die Deutschen relativ bereitwillig Angaben machen, zeigt eine neue Studie.

Wenig Vertrauen in Telematik-Tarife

Verbraucher fühlen sich unwohl, wenn sie ihre persönliche Daten an Versicherer weitergeben müssen.

Die Deutschen scheinen ein sehr misstrauisches Völkchen zu sein. Das legt zumindest eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nahe. So würde nicht einmal die Hälfte der Befragten dem eigenen Ehepartner bzw. der Familie seine persönlichen Fahrdaten (43 Prozent) anvertrauen. Erstaunlich: Immerhin jeder Vierte würde diese Informationen mit seinem Versicherer teilen.

Potenziale werden nicht genutzt

Zwar hält die Mehrheit der Deutschen es für gerecht, wenn individuelle Daten, die beispielsweise aus dem Fahrverhalten oder Fitnesswerten abzulesen wären, Einfluss auf die Versicherungsprämie hätten, aber die direkte Datenweitergabe können sich nur die wenigsten vorstellen. So halten es etwa 68 Prozent für richtig, wenn vorsichtiges Autofahren honoriert wird und Raser mehr bezahlen müssten, aber nur 28 Prozent würden die notwendigen Informationen auch wirklich weitergeben.

Noch wesentlich drastischer fällt die Diskrepanz zwischen Denken und Handeln beim Thema Gesundheit aus. Über die Hälfte der Befragten (52 Prozent) fänden es gerecht, wenn Menschen, die sich fit halten, weniger oder Versicherte, die nicht auf sich achten, einen höheren Beitrag zahlen müssten. Die Bereitschaft, entsprechende Daten auch an die Versicherung zu übermitteln, zeigt jedoch nur ein Bruchteil der Umfrageteilnehmer (6 Prozent). „Das Potenzial ist da, wenn die Unternehmen transparent machen, welche Daten sie wie nutzen und welche Folgen das für den Versicherungsschutz hat“, erklärt Christian-Hendrik Noelle, Geschäftsführer Digitale Agenda, IT und Services des GDV.

Mangelnde Aufklärung

Dabei ist die Begründung für das Nicht-Übermitteln der Informationen ebenso einfach wie auch abstrakt. „Ich fühle mich sehr unwohl bei dem Gedanken daran, private Daten zu teilen“, gaben 58 Prozent der Befragten zu Protokoll. Sorgen macht sich zudem fast jeder Zweite (48 Prozent), ob die Versicherung die erhaltenen Daten auch zum Vorteil der Kunden nutzt. „Wir müssen auf diese Sorgen eingehen und unseren Kunden besser erklären, was wir mit ihren Daten machen“, bekennt Andrea van Aubel, Vorstand IT und Digitalisierung der AXA Konzern AG.
Ähnliche Rückschlüsse lassen sich auch aus einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov ziehen, über die procontra bereits im Juli berichtete.

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