„Unglauben und Abscheu“: AfW geht gegen HUK-Werbung vor

Berater Top News von Martin Thaler

Mit deutlichen Worten kritisiert der Berufsverband den neuen Werbespot des Direktversicherers HUK 24. Dieser würde eine ganze Branche in Sippenhaft für einige schwarze Schafe nehmen. Auch vom GDV erwarte man eine Reaktion.

Fordert die HUK zur Einstellung des Werbespots auf: AfW-Geschäftsführer Norman Wirth.

Fordert die HUK zur Einstellung des Werbespots auf: AfW-Geschäftsführer Norman Wirth.

Versicherungen sind Abzocker, deren Vermittler einzig und allein auf Provisionen aus sind, die sie dann auf feucht-fröhlichen Partys oder Lustreisen auf den Kopf hauen können – dieses Bild zeichnet der neue Werbespot der Direktversicherung HUK 24.  

Ein Versuch der Coburger, unter dem Motto „Billig ist Trumpf“ auf Kundenfang zu gehen. procontra-Redakteur Michael Fiedler hatte dies unlängst als großen Bärendienst für die gesamte Branche ausgemacht.

Und mit dieser Meinung steht er offensichtlich nicht alleine. So wendete sich nun auch der Bundesverband Finanzdienstleistungen AfW in Person von Geschäftsführer Norman Wirth in einem Schreiben an die HUK-Coburg. In deutlichen Worten wird hier auf den Werbespot der Direktversicherer-Tochter Bezug genommen: „Mit Unglauben und Abscheu haben wir den aktuell aus Ihrem Hause kommenden Werbespot für die KfZ-Versicherung der HUK 24 zur Kenntnis genommen“, heißt es hier.  

Der Verband sieht seine als auch die Bemühungen anderer Branchenteilnehmer untergraben, die „für ein seriöses, verbraucherorientiertes und den Mehrwert einer guten Beratung hervorhebendes Bild“ eintreten.  

Zudem erkennt der Verband in dem Werbespot auch einen Verstoß gegen den GDV-Verhaltenskodex, zu dessen Umsetzung sich das Coburger Unternehmen in seinem Compliance-Management-System bekannt hat. „Der Werbespot lässt in keiner Weise ein ,vorbildliches und berufsethisches korrektes Verhalten’ der verantwortlichen Personen erkennen, insbesondere, da Kollegen und Mitbewerber in abwertender und fast schon sittenwidriger Weise in Sippenhaft für einige schwarze Schafe aus der Vergangenheit genommen werden.“  

Durch den Spot würde zudem der Kritik von Verbraucherschützern neue Nahrung gegeben.  

Beim AfW sieht man nun zum einen den Branchenverband GDV in der Pflicht. Dieser solle eine „klare, kritische Position“ einnehmen, heißt es in dem Brief. An die HUK adressiert wird die Erwartung, dass der Spot möglichst schnell eingestellt werde, „damit diese Verunglimpfung aller engagierten und im Kundeninteresse handelnden Versicherungsberater und –vermittler schnellstens ein Ende hat.“

 

Update: Mittlerweile hat HUK 24 das Video aus dem Netz genommen.

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