„Trump-Sieg ist für US-Aktien positiv“

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Donald Trump, der kommende US-Präsident, wird Analysten zufolge die US-Konjunktur fördern und dafür sorgen, dass amerikanische Unternehmen Billionen Dollar aus Steueroasen zurückholen. Der Welthandel aber leidet.

Donald Trump, der zukünftige US-Präsident

Donald Trump, der zukünftige US-Präsident. Screenshot Youtube/ ABC News

„America first“ - so lautet das Motto des kommenden US-Präsidenten Donald Trump, der voraussichtlich am 20. Januar 2017 vereidigt wird. Was das Motto für die Aktienbörsen bedeutet, beschreiben die Autoren der „Finanzwoche“, der internationalen Konjunktur- und Aktienanalyse des Vermögensverwalters DJE Capital AG, so: „Der Trump-Sieg kommt zwar für die Investment-Gemeinde überraschend, dürfte aber besonders für Wall Street positiv sein.“

Pharma-Aktien profitieren

Nach Meinung der Analysten wird Trump versuchen, die amerikanische Konjunktur zu fördern – „wahrscheinlich zu Lasten der großen Exporteure (China, Deutschland).“ Im Gegensatz zu Clinton dürfte er die Pharmapreise nicht absenken, was Pharma-Aktien nicht nur in den USA begünstigen sollte, schreiben die Autoren. Im historischen Vergleich sei diese Aktiengruppe nach zuvor massiven Kursrückgängen preiswert. Das gelte auch für die großen europäischen Pharma-Aktien, die in der Regel stark in den USA vertreten sind.

Infrastruktursektor bietet Chancen

Auch Firmen, die von höheren Infrastruktur-Ausgaben profitieren sollten, dürften ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis bieten. Negativ betroffen werden dürften in Deutschland und Asien die großen Exporttitel, vermuten die Analysten. Und weiter: „Generell dürfte der ohnehin schwache Welthandel durch den jetzt wachsenden amerikanischen Nationalismus und Protektionismus geschwächt werden.“

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank FED im Dezember habe sich nach dem Trump- Sieg fast halbiert. „Das wäre ein Positivum für die weltweiten Aktienmärkte.“ Weiter schreiben die Analysten: „Sollten die Aktienmärkte bis zur FED-Entscheidung am 14. Dezember positiv tendieren, was zu erwarten ist, dürfte es doch zu der Zinsanhebung kommen.

Zinsanhebung als positives Zeichen

Vor dem Hintergrund der zuletzt überraschend guten US-Gewinnausweise für das 3. Quartal und den positiven Gewinnaussichten für das 4. Quartal ist es denkbar, dass die Börsen einen 0,25%-Zinsanstieg in den USA nicht negativ werten werden, sondern eher als Zeichen einer bevorstehenden US-Konjunkturbesserung.“ Dies gelte besonders bei „großen fiskalpolitischen Dispositionen“ des neuen Präsidenten. Nach Meinung der Analysten könnten die Staatsdefizite unter Trump noch stärker angehoben werden als ohnehin erwartet. Mit sehr hohen Staatsausgaben lasse sich die Konjunktur massiv verbessern.

Anlagestrategie anpassen

Die US-Wahl mache eine Änderung in der Anlagestrategie erforderlich: Die bisher angenommene bessere Entwicklung europäischer Börsen gegenüber den USA dürfte sich nach dem Trump-Sieg umkehren, vermuten die Beobachter. Sie haben einen weiteren Grund für steigende Aktienkurse in den USA identifiziert: „Die flüssigen Mittel der Unternehmen werden auch in den USA steigen, wenn Trump neue Gesetze für ein Zurückholen der Billionen Dollarbeträge, die US-Unternehmen in ausländischen Steueroasen geparkt haben, sorgt. Das würde wahrscheinlich zu wieder mehr US-Aktienrückkäufen führen und auch positive Impulse für den Dollar geben.“

Nach Ansicht der Analysten dürften die angekündigten Steuersenkungen für US-Unternehmen und -Bürger zu einer weiteren Konjunkturverbesserung führen. Trump habe schon in den vergangenen 18 Jahren keine Einkommensteuern gezahlt.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare