Hälfte der Arbeitnehmer fürchtet Burnout

Berater von Martin Thaler

Stress wird für die Deutschen am Arbeitsplatz immer stärker ein Problem, insbesondere für die Gesundheit, zeigt eine neue Studie. Junge Menschen sind besonders betroffen.

71 Prozent aller Arbeitnehmer halten das Stressniveau auf ihrer Arbeit als gesundheitsgefährdend.

71 Prozent aller Arbeitnehmer halten das Stressniveau auf ihrer Arbeit als gesundheitsgefährdend. Foto: geralt - pixabay.de

Die Deutschen leiden zunehmend unter Stress – dies belegten bereits in vergangener Zeit zahlreiche Studien. Auch die Allianz hat hierzu zusammen mit dem Marktforschungsinstitut IPSOS eine Untersuchung durchgeführt. Diese kommt zu dem Schluss: 71 Prozent der Arbeitnehmer haben das Gefühl, im Arbeitsalltag größerer psychischer Belastung ausgesetzt zu sein, als gesundheitlich gut für sie wäre.  

Für knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ist der Stress so hoch, dass sie hierdurch sogar ihre eigene Leistungsfähigkeit eingeschränkt sehen. Genauso viele geben an, Angst davor zu haben, durch den Stress einen Burnout zu erleiden.  Besonders junge Menschen scheinen dabei besonders häufig von ihrem Job gestresst zu sein. Erst jüngst war eine Auswertung der Debeka zu dem Ergebnis gekommen, dass in knapp 42 Prozent aller BU-Fälle psychische Probleme die Ursache waren.  

Die große Angst vor einem Burnout hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass viele Menschen mittlerweile solche Fälle in ihrem unmittelbaren Umfeld beobachten können. 67 Prozent bejahten dies.   „Psychische Probleme sind inzwischen zweithäufigste Ursache für Fehltage im Beruf“, kommentiert dieses Ergebnis die Psychotherapeutin Dr. Nilufar Heydari.

Arbeitnehmer in der Pflicht

Die Gründe hierfür lägen auch in der sich beschleunigenden Lebenswelt. „Vielen Menschen fällt es schwer, abzuschalten. Im Beruf erwarten Kollegen und Chefs, dass man schnell reagiert. Auch das Privatleben bietet oft keine Entspannung mehr, denn dank Facebook, WhatsApp und Co. sind viele permanent „auf Abruf“. Das setzt vor allem die Jüngeren, Technikaffinen unter Druck.“   

Sprechen über das Thema können bzw. wollen dabei die wenigsten. Nur 26 Prozent gaben an, hierüber mit dem Vorgesetzten sprechen zu können. Weitere 27 Prozent erklärten, das Thema mit Arbeitskollegen zu besprechen, neun Prozent behalten es ganz für sich. Anvertrauen wollen sich die meisten (52 Prozent) nur dem eigenen Partner.  

Heydari sieht hier aber auch die Arbeitnehmer in der Pflicht: „Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass ihre Mitarbeiter größeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als noch vor 20 Jahren.“ Und weiter: „Wer hier offen für die Probleme seiner Mitarbeiter ist, trägt schon viel zur Gesundheit im Betrieb bei. Dabei soll der Chef natürlich nicht den Einzelfall lösen, da ist er der falsche Ansprechpartner. Aber er kann Hilfsangebote machen.“ 

Die zwölf größten Stressfaktoren am Arbeitsplatz

Platz 12: Schichtarbeit
Laut Statista betrug der Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland, die Schichtarbeit leisten, 2014 17 Prozent. Gefragt nach den Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag nennen 20 Prozent der Befragten Schichtarbeit. Bild: Photographee.eu
 
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