GDV stellt sich neu auf

Versicherungen von Martin Thaler

Der GDV will seine Entscheidungsprozesse und Strukturen straffen und bereitet ein "umfangreiches Zukunftsprogramm" vor. Dieses soll auch Stellenkürzungen beinhalten.

Verlässt den GDV: Christian-Hendrik Noelle.

Verlässt den GDV: Christian-Hendrik Noelle. Foto: GDV

Der Branchenverband GDV baut nach einem Bericht der Agentur Reuters Stellen ab – 50 von 400 Arbeitsplätzen sollen hiervon betroffen sein. Auf procontra-Nachfrage wollte der GDV diese Zahlen indes nicht bestätigen, bestätigte aber einen „begrenzten Stellenabbau“.  

Dieser werden im Rahmen eines „umfangreichen Zukunftsprogramms“, das den Namen „GDV 2017“ trägt, erfolgen.  „In der digitalisierten Mediendemokratie müssen Verbände auf vielen sich verändernden Themenfeldern dynamisch agieren. Das setzt schnelle Entscheidungsprozesse voraus. Deshalb strafft der GDV seine Gremien und verändert den Zuschnitt seiner Dienstleistungen“, heißt es hierzu von Seiten des Verbands. Zahlreiche bisher ständige Gremien würden in Folge der Neustrukturierung wegfallen, dafür solle die Projekt- und Themenarbeit gestärkt werden.  

Die IT- und Serviceleistungen sollen unter einem Dach zusammengefasst werden. Auf diese Weise sollen die Mitgliedsunternehmen kostentechnisch entlastet werden.  

Das Programm sei vom GDV-Präsidium bereits gebilligt worden. Allerdings ist noch die Zustimmung seitens der Mitgliedsunternehmen nötig. Diese solle im Rahmen der Mitgliederversammlung Ende November erfolgen. Laut Statement des GDV zeichne sich unter den Mitgliedern in dieser Hinsicht „ein breiter Konsens“ ab.  

Bestätigt wurde vom GDV indes der Abgang von Christian-Hendrik Noelle, der erst seit Februar dieses Jahres den Geschäftsbereich „Digitale Agenda, IT und Services“ verantwortete. Zu den Gründen des Ausscheidens Noelle, der vor seinem GDV-Engagement den Geschäftsbereich Consulting und Systemintegration für Banken und Versicherungen beim IT-Dienstleister Atos leitete, machte der GDV keine Angaben. Auf procontra-Nachfrage hieß es lediglich, dass der Abgang Noelle nicht im Zusammenhang mit dem neuen Zukunftsprogramm stehe.  

Das von Noelle verantwortete Projekt Maklerkommunikation 4.0, das im Oktober gestartet war, ist vom Abgang Noelles nicht betroffen. „Es gibt keinen Grund, wichtige Projekte wie die Maklerkommunikation 4.0 aufzugeben“, erklärte ein Sprecher des Verbands. 

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