Finanzbildung: So sollen Mädchen gefördert werden

Versicherungen von Martin Thaler

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass Frauen bei der finanziellen Bildung hinterherhinken. Zugleich werden drei Ansätze genannt, wie dieser "Gender Gap" begegnet werden kann.

Bei finanzieller Bildung hinken Mädchen Jungs zumeist hinterher.

Bei finanzieller Bildung hinken Mädchen Jungs zumeist hinterher. Foto: geralt - pixabay.de

Eine Studie der Swiss Life Deutschland hatte erst diese Woche die große Angst von Frauen vor der Altersarmut benannt. In dieser äußerten 56 Prozent der Frauen diese Befürchtung, Männer zeigten sich demgegenüber sorgenfreier (41 Prozent). Gefragt danach, ob sie sich auch selbst um ihre Altersvorsorge kümmern, bejahten dies lediglich 37 Prozent.  

Doch woran liegt das? „Frauen haben in den meisten La?ndern eine durchschnittlich schlechtere finanzielle Bildung als Ma?nner“, heißt es hierzu in einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der „Gender Gap“, also den Unterschieden zwischen den Geschlechtern, in der finanziellen Bildung auf den Grund geht. Hierfür wurden Unterschiede bei der finanzielle Kompetenz in zahlreichen Ländern untersucht.

Das Ergebnis: „In 135 von 144 Ländern wissen Frauen weniger über Finanzen als Männer“, erklärt Dr. Antonia Grohmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIW. Dabei ist das Thema für Frauen von besonderer Relevanz. Schließlich weisen sie eine höhere Lebenserwartung als Männer auf und zahlen aufgrund familienbedingter Unterbrechungen im Berufsleben weniger ins staatliche Rentensystem ein. Umso wichtiger also, dass Frauen privat vorsorgen. Aufgrund immer komplizierter werdender Produkte ist hierfür aber finanzielle Bildung unabdingbar.

Um Frauen in dieser Hinsicht eine stärkere Kompetenz in puncto Finanzbildung zu ermöglichen, schlägt Dr. Antonia Grohmann drei Ansätze vor: „Erstens sollte man die Bildung und die Rechenfa?higkeit von Ma?dchen verbessern. Die PISA-Studien zeigen, dass Ma?dchen in den meisten La?ndern in den Mathematik-Tests schlechter abschneiden als Jungen. Zweitens ko?nnte man finanzielle Bildung schon in der Schule anbieten und dabei versta?rkt versuchen, das Interesse von Ma?dchen zu wecken. Die dritte Mo?glichkeit, die ich sehe, ist die allgemeine Gleichberechtigung zwischen Frauen und Ma?nnern voranzutreiben. Wenn Frauen sta?rker am Arbeitsmarkt eingebunden sind und mehr Geld verdienen, wird sich auch ihr Umgang mit Finanzen intensivieren.“

Beim Thema finanzielle Bildung in der Schule hatte zuletzt Baden-Württemberg als erstes Bundesland in Deutschland das Schulfach Wirtschaft flächendeckend eingeführt. Ein Ansatz, den sich nicht nur Schüler im „Ländle“ wünschen, sondern der deutschlandweit bei Schülern auf Interesse stößt.  

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