EU-Datenschutz-Grundverordnung: Neues Großprojekt für Versicherer

Versicherungen von Michael Fiedler

„Wie begegnen Versicherer den neuen technischen und datenschutzrechtlichen Entwicklungen?“ – Diese Frage stand im Mittelpunkt der 5. Fachkonferenz „Datenschutz in der Assekuranz“ der Versicherungsforen Leipzig am 24. und 25. November 2016. Dabei wurde klar: mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EUDSGV) steht ein neues Großprojekt ins Haus, dem sich die Versicherer nicht entziehen können.

Vincent Wolff-Marting

Vincent Wolff-Marting, bei den Versicherungsforen Leipzig zuständig für Digitalisierung und Innovation, stellte Blockchain als Möglichkeit vor, die es Versicherern zukünftig erleichtert, gesetzliche Anforderungen an manipulationssichere Datenhaltung zu erfüllen. Bild: procontra/ Archiv

Eine Bestandsaufnahme der Regelungen der verschiedenen Gesetzestexte ist für viele Datenschutzbeauftragte in Versicherungen momentan unerlässlich, so das Fazit der 5. Fachkonferenz „Datenschutz in der Assekuranz“. Malte-Michael Kaspar, Datenschutzbeauftragter der ERGO Direkt Versicherungen, stellte in seinem Vortrag daher detailliert die neuen Anforderungen des EUDSGV dem bestehenden Bundesdatenschutzgesetz gegenüber. Obwohl er sich lediglich auf die Auftragsdatenverarbeitung konzentrierte, zeigte sich enormer Handlungsbedarf für die Versicherer.

Auch der Bereich Löschen und Sperren stellt eine große Herausforderung der EUDSGV dar. Für den Bereich der Kundendaten haben die meisten Versicherungsunternehmen sich dieses Themas zwar bereits im Zuge des Codes of Conduct angenommen, doch in der EUDSGV werden auch andere Bereiche, z. B. Vertrieb, eingeschlossen. Auch hier gilt es für die Unternehmen, ein sauberes Lösch- und Sperrkonzept zu entwickeln.

Wie die Vorgaben der EUDSGV in die laufenden Umsetzungsprojekte des CoC eingebunden werden, stellte auch Mathias Lorz in seinem Vortrag dar. Als Datenschutzbeauftragter der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung identifiziert er momentan die Anforderungen der EUDSGV, die mit den laufenden Projekten bereits abgedeckt werden können. Aufgrund der detailreichen Anforderungen gestaltet sich dies jedoch als sehr schwierig.

Vincent Wolff-Marting von den Versicherungsforen Leipzig stellte in seinem Vortrag die neuen Technologien Bitcoin, Blockchain und Smart Contracts vor. Als eine Technologie, die eine unabänderbare Dokumentation von Vorgängen abbildet, könnte Blockchain zukünftig Versicherern erleichtern, gesetzliche Anforderungen an manipulationssichere Datenhaltung zu erfüllen.
Auch im Bereich der Datenportabilität sehen viele Konferenz-Teilnehmer ein weiteres Großprojekt, das den Versicherern ins Haus steht.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare