„Die Zeit ist reif, um einen eigenen Versicherer zu gründen“

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Dominik Groenen zieht sich bei massUp aus dem operativen Geschäft zurück und will einen eigenen digitalen Versicherer gründen. Über die Details sprach er mit procontra.

Will einen eigenen digitalen Versicherer gründen: Dominik Groenen.

Will einen eigenen digitalen Versicherer gründen: Dominik Groenen. Bild: privat

procontra: Herr Groenen, was sind die Gründe für ihr Ausscheiden bei massUp?  

Dominik Groenen: Ich bin nun mittlerweile seit 18 Jahren in der Branche und habe ganz klassisch bei der Provinzial Rheinland damals angefangen und habe mich damals schon beschäftigt mit Nischen und Spezialthemen, bei der Provinzial beispielsweise mit dem Thema Hausverwalterrahmenverträge. Später dann bei Lloyds auch mit Annexversicherungen. massUp war in dieser Hinsicht ja auch bereits das zweite StartUp, was ich gegründet habe. Ich habe mich jetzt so lange mit diesem Thema beschäftigt, dass ich mir jetzt auch mal die anderen Trends am Markt angeschaut habe.  

procontra: Und wie sehen diese aus?  

Dominik Groenen: Ich sehe momentan nur ein Thema, das spannend für die Zukunft ist, und dass ist die Gründung eines eigenen neuen digitalen Versicherers. Und das hat mich dann auch dazu bewogen, aus dem operativen Geschäft bei massUp auszusteigen. Ich habe mich jetzt die letzten Monate privat intensiv mit diesem Thema beschäftigt, mit Regulatorik, Solvency II und weitere Themen. Und jetzt muss ich einfach sagen: Die Zeit ist einfach reif, um auf der grünen Wiese nun einen eigenen Versicherer zu gründen, der unter den heute gegebenen Bedingungen entsteht.  

procontra: In welchem Bereich soll denn dieser tätig sein?  

Groenen: Komposit – das ist der Bereich, aus dem ich schließlich auch komme. Das habe ich damals bei der Provinzial gelernt. Ich habe nie Leben- oder Rentenversicherungen gemacht. Ich bin groß geworden mit den Themen Wohngebäude, Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen. Und später im Annexbereich habe ich mich ja auch nur mit Sachthemen beschäftigt. Und zudem glaube ich, dass der Bereich Komposit derzeit auch überholungsbedürftig ist. Damit meine ich Produkte, die viel näher am Kunden und auch „convenient“ sind.  

procontra: Wie meinen Sie das?  

Groenen: Wenn Sie als Assekuradeur tätig sind, hängen sie eigentlich immer am Rockzipfel eines Erstversicherers. Und wenn ich heute bestimmte Produkte entwickele, dann ist das Problem, ich muss dem Underwriter das Produkt erklären. Und zumeist sind diesen die Themen dann total fremd und sie verstehen diese, beispielsweise neue Geschäftskonzepte wie Airbnb oder car2go, dann auch einfach nicht. Stellen Sie sich beispielsweise einen Kunden vor, der ein Mehrfamilienhaus besitzt und hier auch Wohnungen vermietet, beispielsweise über Airb2b. Und auf solche Fälle sind die Produkte heute, egal ob im Rahmen der Wohngebäude- oder der Hausratversicherungen, nicht abgestimmt.  

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