„Die breite Masse erreicht man so nicht!“

Berater von Stefan Terliesner

Der Maklerverband VDVM hält das geplante Betriebsrentenstärkungsgesetz für zu kompliziert. Viele Details, nur damit Arbeitgeber in den Genuss von „pay and forget“ kommen.

Der Entwurf des geplanten Betriebsrentenstärkungsgesetzes aus dem Bundesarbeitsministerium stößt nicht uneingeschränkt auf Zustimmung.

Der Entwurf des geplanten Betriebsrentenstärkungsgesetzes aus dem Bundesarbeitsministerium stößt nicht uneingeschränkt auf Zustimmung. Foto: BMAS/ Schuering

Jetzt hat sich auch der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) zum Entwurf für das Betriebsrentenstärkungsgesetz vom 4. November 2016 geäußert, dessen erklärtes Ziel es ist, Voraussetzungen zu schaffen, damit Betriebsrenten auch in kleinen und mittleren Unternehmen eine hohe Verbreitung finden.

In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es: „Der VDVM unterstützt grundsätzlich die Initiative der Bundesregierung, noch vor der nächsten Bundestagswahl die betriebliche Altersversorgung zu reformieren. Insbesondere das Ziel, Geringverdienern beim Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung zu helfen, ist ein sinnvoller Ansatz.“

Mehr Förderung

Des Weiteren begrüßt der VDVM ausdrücklich, dass es - zusätzlich zur Förderung nach § 3 Nr. 63 EStG und zusätzlich zur Riester-Förderung - für Niedrigverdiener künftig einen Förderbetrag zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) geben soll. Auch der Ansatz, die Riesterrente durch steuerliche Optimierung zu stärken geht nach Meinung des Verbandes in die richtige Richtung.

Im Bereich der Grundsicherung im Alter soll zukünftig ein Freibetrag von 100 Euro monatlich für Rentenleistungen aus zusätzlicher, freiwilliger Altersversorgung gewährt werden. Auch darüber hinaus soll nicht jeder Euro angerechnet werden. „Wo Licht ist, ist aber bekanntlich auch Schatten“, schreibt der VDVM. Nicht nur er habe immer wieder davor gewarnt, das bereits heute sehr komplexe System der bAV durch einen zusätzlichen Durchführungsweg noch undurchsichtiger zu machen.

Trotzdem halte die Regierung am sogenannten „Sozialpartnermodell“ fest. Es ermögliche eine reine Beitragszusage, wenn diese – verkürzt ausgedrückt – eine tarifvertragliche Grundlage hat und die Durchführung über eine Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung erfolgt.

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