5 Details zur kommenden Rentenreform

Versicherungen Top News Meistgeklickt von Martin Thaler

Am Montag hielt Sozialministerin Andreas Nahles ein letztes Treffen ihres Rentendialogs ab. Einige Details zur geplanten Rentenreform wurden hierbei bekannt. Ein Überblick.

Noch im November will Sozialministerin Andrea Nahles ihr Rentenkonzept vorstellen, das anschließend vom Bundeskabinett beschlossen werden soll.

Noch im November will Sozialministerin Andrea Nahles ihr Rentenkonzept vorstellen, das anschließend vom Bundeskabinett beschlossen werden soll. Foto: LoboStudioHamburg - pixabay.de

Am gestrigen Montag traf sich Sozialministerin Andrea Nahles zum letzten Mal mit Vertretern von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Arbeitgebern zum Rentendialog. Auch wenn Nahles ihren Rentenentwurf erst Mitte November vorstellen möchte, sind bereits einige Konturen der geplanten Reform ersichtlich. Ein Überblick:  

1.    Abschied von bisherigen Konzepten der Lebensleistungsrente  

Um kleine Renten aufzuwerten, will Ministerin Nahles nicht mehr auf die bisherigen Konzepte der Lebensleistungsrente setzen. Dies teilten Teilnehmer des Rentendialogs der Deutschen Presse Agentur mit. Die Lebensleistung von Geringverdienern in der Rente zu würdigen, lasse sich nicht ausreichend innerhalb der Rentenversicherung lösen, hieß es. Möglich wäre folglich eine Lösung aus Steuermitteln. Wie das Problem jedoch gelöst werden soll, wurde nicht bekannt.  

2.    „Doppelte Haltelinie“  

Teilnehmer berichteten, dass Nahles sich für eine „doppelte Haltelinie“ bei Rentenniveau und Beiträgen stark machte. Bislang sagt das Gesetz, dass das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken darf, die Beiträge indes nicht höher als 22 Prozent steigen dürfen. Für die Zeit hiernach liegen noch keine gesetzlichen Bestimmungen vor. In ihrem Rentenkonzept will Nahles auch ein Mindestniveau nennen. Zahlen wurden indes noch nicht bekannt.  

3.    Alterssicherung von Selbstständigen  

Gerade bei Selbstständigen ist die Gefahr von Altersarmut groß. Nahles sprach in diesem Zusammenhang von einer „Schutzlücke“. Hier heißt es aus Teilnehmerkreisen, dass Nahles eine Absicherung für die Rente und den Krankheitsfall zusammen betrachten wolle. Denn aufgrund der hohen Krankenkassenkosten für Selbstständige sei eine zusätzliche Versicherungspflicht für diese oft nicht stemmbar, hieß es.  

4.    Verbesserung von Erwerbsminderungsrente  

Erwerbsgeminderte müssen bislang Abschläge von 10,8 Prozent hinnehmen. Hier soll nachgebessert werden.  

5.    Anrechnung auf Grundsicherung

Wie Spiegel Online berichtete, sollen auch Betriebsrenten zumindest teilweise nicht mehr auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Insiderberichten sei hierfür ein Sockelbetrag von 100 Euro angedacht, der bis auf 200 Euro wachsen könne.