Wo das Krebsrisiko am größten ist

Risikiovorsorge Krebs von Sebastian Wilhelm

Eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst das persönliche Krebsrisiko. Einer davon ist der Wohnort. Der Krebsatlas zeigt die häufigsten Krebsarten und ihre Verbreitung in jedem Bundesland.

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Quelle: pixabay/lusign

Von den im Grundgesetz geforderten „gleichwertigen Lebensverhältnissen“ in ganz Deutschland kann auf verschiedenen Ebenen keine Rede sein. Zentral ist sicherlich die ökonomische, aus der viele weitere Unterschiede resultieren. Inwieweit die regional verschiedenen Krebsraten auch dazugehören, mag strittig sein. Fakt ist jedoch: Das Risiko bestimmter Krebsarten hängt auch vom Wohnort ab.

Natürlich darf man den Effekt nicht überbewerten. Ob jemand raucht oder nicht, ist ungleich bedeutsamer als sein Wohnort. Hinzu kommen andere Risikofaktoren: eine genetische Vorbelastung, die individuelle Schadstoffexposition am Arbeitsplatz und in der Wohnung, die Ernährung, der Alkoholkonsum, die körperliche Aktivität. Im wohnortbezogenen Risiko spiegeln sich im Wesentlichen diese Lebensstil-bedingten Faktoren wider. Zudem – und da kommt wieder die ökonomische Ebene ins Spiel – werden Früherkennungsuntersuchungen regional in unterschiedlichem Maße wahrgenommen.

Der nachfolgend abgebildete Krebsatlas der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (GEKID) nennt für jedes Bundesland das jeweilige Risiko, an den drei häufigen Krebsformen Brust-, Lungen- und Prostatakrebs zu erkranken.

Frauen im Westen haben höheres Brustkrebsrisiko

Auffallend sind vor allem die unterschiedlichen Brustkrebsraten bei Frauen in den westlichen und den östlichen Bundesländern. Um 20 bis 30 Prozent geringer ist das Erkrankungsrisiko im Osten, ebenso die Sterblichkeit. Im Westen wiederum kommt Brustkrebs bei Frauen im Nordwesten häufiger vor als im Süden. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden; infrage kommen etwa das (im Osten zu DDR-Zeiten jüngere) Alter der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder, die unterschiedliche Hormoneinnahme oder auch die Stillzeiten – in Westdeutschland wurde lange Zeit vom Stillen abgeraten.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch beim Lungenkrebsrisiko, das offenbar in Großstädten höher liegt. Frauen sind in Berlin, Hamburg und Bremen bundesweit am häufigsten von dieser Krebsart betroffen. Auch das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, ist im Norden größer, allerdings vor allem in den Flächenländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, ebenso in Sachsen. Beim Schilddrüsenkrebs hingegen zeigen die südlichen Bundesländer höhere Erkrankungsraten. Insbesondere an der Küste ist das Risiko, möglicherweise aufgrund der tendenziell höheren Jodaufnahme, vergleichsweise gering.

Diese statistischen Werte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass jede/r Einzelne es zu einem guten Teil selbst in der Hand hat, etwas gegen den Krebs zu tun. Dazu gehört ein bewegungsreicher Lebenswandel mit gesunder Ernährung ebenso wie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Damit diese nicht zu sehr ins Geld gehen, empfiehlt sich eine Krebsvorsorgepolice, die die eklatanten Lücken im Früherkennungsangebot der gesetzlichen Kassen zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis füllt. Auf Wunsch lässt sich diese Vorsorge auch mit Modulen für eine exzellente Behandlung auf Privatpatientenniveau kombinieren.

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