Will Talanx-Tochter Altverträge loswerden?

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Dies werfen die Marktwächter Finanzen der Neuen Leben vor. 30.000 entsprechende Schreiben soll der Versicherer zuletzt an seine Kunden verschickt haben. Hier lesen Sie die Details.

Die Talanx-Tochter Neue Leben will nach Angaben der Marktwächter Finanzen Kunden dazu bringen, ihre alten Verträge zu kündigen.

Die Talanx-Tochter Neue Leben will nach Angaben der Marktwächter Finanzen Kunden dazu bringen, ihre alten Verträge zu kündigen. Foto: Talanx

Die Talanx-Tochter Neue Leben will sich anscheinend von Kunden mit gut verzinsten Altverträgen trennen. So lautet zumindest der Vorwurf des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg an den Versicherer, der 30.000 Schreiben an Altkunden verschickt haben soll, in denen er die Auflösung des Vertragsverhältnisses vorgeschlagen haben soll.  

Die Marktwächter zitieren hierzu aus einem Brief: „Über viele Jahre haben Sie uns einen wichtigen Teil Ihrer Altersvorsorge anvertraut. Dafür danken wir Ihnen“, heißt es hier. „Ihre persönliche Situation, Ihre Ziele sowie Ihre finanziellen Wünsche haben sich vielleicht während der Vertragslaufzeit geändert. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich Ihr Guthaben früher auszahlen zu lassen?“ im Anschluss wurde der Kundin eine Summe präsentiert, die die Kundin bereits jetzt stornoabschlagsfrei erhalten könne, sollte sie den Vertrag denn vorzeitig kündigen. Das entsprechende Formular hierzu lag sogleich bei.  

Interesse an der persönlichen Situation – dieses Argument halten die Verbraucherschützer für vorgeschoben. „Renten- und Lebensversicherer scheinen Kunden loswerden zu wollen, die im Besitz von Altverträgen sind“, erklärt Sandra Klug, Leiterin des für Versicherungen zuständigen Hamburger Marktwächter-Teams. 

Eigennützige Motive sind anzunehmen

Vielmehr seien eigennützige Motive anzunehmen: „Der Versicherungsvertrag, der im beschriebenen Fall aufgelöst werden soll, ist 20 Jahre alt“, so Klug. „Verträge aus dieser Zeit haben einen sehr hohen Rechnungszins von vier Prozent, der auf die Sparanteile der Versicherung gezahlt wird. Da die Vertriebs- und Abschlusskosten für die Police bereits von den Beiträgen der ersten Jahre abgezogen wurden, haben die Verträge eine Rendite, die sich mit ähnlich sicheren Finanzprodukten heute nicht mehr erwirtschaften lässt.“  

Nun starten die Marktwächter einen Aufruf an andere Versicherungskunden, die möglicherweise Ähnliches erlebt haben. Oder ob die Neue Leben der einzige Anbieter ist, der diese Schreiben herausschickte. Auf Marktwächter-Anfragen erklärte das Unternehmen, rund 30.000 dieser Schreiben an Kunden gesandt zu haben.  

Unter welchem Kosten- und Ertragsdruck die Neue Leben sowie die anderen Talanx-Töchter stehen, lesen Sie hier. 

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