Wie Makler bei der Erbschaft helfen können

Berater Top News von Stefan Terliesner

Die entsprechenden Steuerregeln wurden auf Anordnung des Bundesverfassungsgerichts reformiert. Für Firmenvermögen ring die Koalition aus Union und SPD immer noch um eine Regelung. Sie wird voraussichtlich im Oktober veröffentlicht. Für Ottonormalbürger haben die Regelungen zum privaten Vermögen die größere Bedeutung.

Hier zählen seit der Reform im Jahr 2009 Familienangehörige wie Ehepartner, Kinder und Enkel zu den Gewinnern des neuen Steuerrechts. Für weiter entfernte Verwandte, Freunde und Bekannte ist die Belastung in vielen Fällen größer geworden. Zum Beispiel wurde der Freibetrag für Kinder von 205.000 auf 400.000 Euro fast verdoppelt (siehe Tabelle).  

Seitdem ist ein klarer Trend erkennbar: In Deutschland wird immer mehr Vermögen verschenkt, statt vererbt. So stieg das Vermögen, das Bundesbürger zu Lebzeiten auf andere Personen übertragen haben um das Dreifache. Dagegen nur um 43 Prozent wuchs das vererbte Vermögen an. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Forsa-Instituts im Auftrag des Versicherungskonzerns Gothaer unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Der Grund: Wegen der höheren Freibeträge ist eine Schenkung viel attraktiver geworden. Bei zahlreichen Schenkungen kleinerer und mittlerer Vermögen erhebt der Fiskus keine Steuern mehr. Gleichzeitig werden im Durchschnitt höherer Vermögen verschenkt.  

Glaubhaft schenken  

Der Vorteil einer Schenkung erschließt sich, wenn man bedenkt, dass die Freibeträge pro Kind und Elternteil gelten und nach zehn Jahren erneut in Anspruch genommen werden können. Dazu Torsten Lambertz, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei der WWS-Gruppe: „Eine Familie mit zwei Kindern könnte alle zehn Jahre Vermögen im Wert von bis 1,6 Millionen Euro steuerfrei auf die nächste Generation übertragen.“ „Allerdings“, so Lambertz weiter, „akzeptiert das Finanzamt eine Schenkung nur, wenn sie glaubhaft ist.“ Bei Kapitalvermögen sei die Mindestvoraussetzung ein Konto oder Depot auf den Namen des Kindes. Die Verfügungsgewalt erwachsener Kinder dürfe nicht eingeschränkt sein.  

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