„Verlässliche Haltelinie" wird Beiträge steigen lassen

Versicherungen von Martin Thaler

Nach einem Spitzentreffen mit den Sozialpartnern sieht sich Sozialministerin Andrea Nahles bestätigt: Das Rentenniveau soll stabilisiert werden. Das wird aber zu höheren Beiträgen führen.

Stellt im November ihr Rentenkonzept vor: Sozialministerin Andrea Nahles.

Stellt im November ihr Rentenkonzept vor: Sozialministerin Andrea Nahles. Foto:BMAS/ Werner Schuering

Eine verlässliche Haltelinie statt eines immer weiter fallenden Rentenniveaus – in in dieser Ansicht sieht sich Sozialministerin Andrea Nahles nach einem Gespräch mit Vertretern von Sozialverbänden, Gewerkschaften und Arbeitgebern bestätigt.  

Eine solche „verlässliche Haltelinie“, die auch nach 2030 Gültigkeit besitzt, ist aber nicht zum Nullpreis zu haben, machte Nahles am Abend bei einem Gespräch mit den „Tagesthemen“ deutlich: „Wenn wir uns darauf verständigen, dass das Rentenniveau stabilisiert werden wird, dann müssen wir auch ehrlich sein: Es wird mehr kosten.“ Das heißt konkret: steigende Beiträge. Sollte eine Stabilisierung des Rentenniveaus beschlossen werden, „werden die Beiträge nicht bei den 22 Prozent stehenbleiben, die wir jetzt im Gesetz festgelegt haben“.  

Ohne eine Reform würde das Rentenniveau bis 2045 auf 41,6 Prozent fallen, wie in der vergangenen Woche eine aktuelle Berechnung des Bundessozialministeriums ergab. Derzeit liegt es bei 47,8 Prozent. Durch ein weiteres Absinken befürchtet Nahles auch einen Vertrauensverlust der jüngeren Generationen in das bestehende System: „Ich möchte, dass gerade auch die jüngere Generation Vertrauen in die gesetzliche Rente hat.“ Um das zu bewerkstelligen, müsse aber jetzt gehandelt werden.  

Konkrete Zahlen zum Rentenniveau und Beiträgen will Nahles im November vorstellen, wenn sie ihr Rentenkonzept der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses soll nicht nur die gesetzliche Rente umfassen, sondern auch die Themen betriebliche sowie private Altersvorsorge. 

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