Immobilien: So soll die geplante Kreditbremse funktionieren

Sachwerte von Martin Thaler

Noch in dieser Legislaturperiode soll die geplante Kreditbremse für Häuslebauer verabschiedet werden. Nun wurden vier Maßnahmen bekannt, mit der die Bundesregierung einer möglichen Immobilienblase vorbeugen möchte.

Das Bundesfinanzministerium unter Minister Wolfgang Schäuble hat den Gesetzesentwurf in die Ressortabstimmung gegeben.

Das Bundesfinanzministerium unter Minister Wolfgang Schäuble hat den Gesetzesentwurf in die Ressortabstimmung gegeben. Foto: Ilja C. Hendel - Bundesministerium der Finanzen

Im Gespräch war es schon seit einiger Zeit: eine Kreditbremse gegen eine mögliche Immobilienblase. Denn für immer mehr Menschen scheint der Hausbau aufgrund niedriger Zinsen derzeit die einzige lohnenswerte Geldanlage-Option zu sein. Vor wenigen Tagen gab das Statistische Bundesamt die Zahl der Baugenehmigungen für die ersten acht Monate dieses Jahres bekannt: ein Plus von 25,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum, der höchste Stand seit 2000.  

Für die Bundesregierung ist dies offenbar Grund zur Sorge, sie will einer möglichen Blasenbildung vorbeugen. Wie am Montag von Seiten des Bundesfinanzministeriums soll ein Gesetz, mit dem die Regierung Vorgaben zur Vergabe von Wohnimmobiliendarlehen machen kann, noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden.  

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gibt es insgesamt vier Einschränkungen für den Krisenfall.

  • So darf die Finanzaufsicht festlegen, welcher Betrag beim Immobilienkauf maximal fremdfinanziert werden darf. Dieser Wert solle überregional gelten, nimmt also keine Rücksicht auf die großen Preisunterschiede in Deutschland.

  • Banken sollen Tilgungsfristen vorgeben können, also Zeiträume, in denen ihre Kunden die Kredite zu tilgen haben. Dies soll aber nur für Neuverträge gelten.

  • Kreditnehmer soll nachweisen müssen, dass sie die Kredite mit ihrem Einkommen abbezahlen können

  • Im Krisenfall sollen zudem tilgungsfreie Kredite abgeschafft werden  

Allerdings soll es, wie die Süddeutsche weiter berichtet, Ausnahmen geben. So sollen unter anderem Anschlussfinanzierungen für bestehende Kredite sowie Kredite zur Renovierung oder zum Umbau einer Wohnung nicht von dem neuen Gesetz betroffen sein.