IG Metall fordert Stopp bei Riester-Förderung

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Der Sicherungsauftrag der Riester-Rente sei gescheitert, erklärte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Auch an den Plänen von Sozialministerin Andrea Nahles setzte es Kritik.

Will, dass die gesetzliche Rente allein für einen auskömmlichen Lebensabend reicht: IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban.

Will, dass die gesetzliche Rente allein für einen auskömmlichen Lebensabend reicht: IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban. Foto: IG Metall

Wenn es nach den Wünschen der Gewerkschaft IG Metall geht, gehört die staatliche Förderung für Riester-Verträge abgeschafft. Diese forderte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau: „Die Vorstellung, dass die betriebliche und die private Säule einen erheblichen sozialstaatlichen Sicherungsauftrag erhalten sollen, ist gescheitert“, erklärte Urban.  

Statt hierauf zu setzen, müsse der Lebensstandard im Alter allein durch die gesetzliche Rente gesichert werden können. Die Entkoppelung der Renten von den Löhnen müsse darum gestoppt werden. Stattdessen erklärte Urban, mittelfristig auf eine Steigerung des Rentenniveaus zu setzen. Hierzu seien jedoch mehr Steuermittel und eine Rentenbeitragserhebung auf 25 (momentan 18,7 Prozent) nötig.  

Kritik gab es auch an Sozialministerin Andrea Nahles, die sich jüngst für verlässliche Haltelinien beim Rentenniveau auch nach 2030 stark gemacht hatte. „Die Vorstellung, man könne das Rentenniveau bis 2030 absinken lassen und dann eine Haltelinie einziehen, ist gänzlich inakzeptabel“, sagte der IG-Metall-Funktionär der Zeitung.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) meldete sich zum Thema Rente zu Wort. DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann erklärte gegenüber den Münchener Abendzeitung, dass man bereits jetzt die Beitragssätze zur gesetzlichen Rente behutsam anheben solle, und nicht erst ab 2020. Hiermit könne die Demografie-Reserve ausgebaut werden. 

"Bereits heute erreichen 30 Prozent der über 60-Jährigen nicht das gesetzliche Renteneintrittsalter, weil sie ausgelaugt sind und ihren Job nicht mehr ausüben können", so Hofmann.

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