Deutschland: Kein Land der Eigentümer

Sachwerte von Michael Fiedler

Regionale Unterschiede in Deutschland

In ländlichen Regionen gibt es wesentlich mehr Wohneigentümer als in den Städten. Kleine Dörfer mit 90 Prozent Wohneigentümer sind keine Seltenheit. Auf Landesebene betrachtet ist jedoch nicht Baden-Württemberg mit seinen legendären „Häuslebauern“ das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Wohneigentümern, sondern das Saarland.
Im Saarland werden 63 Prozent aller Wohnungen und Häuser von Eigentümern bewohnt. Auch in Rheinland-Pfalz, Niedersachen oder Baden-Württemberg ist mehr als die Hälfte selbstgenutztes Eigentum. In Nordrhein-Westfalen mit seinem Ballungsraum Ruhrgebiet sinkt die Eigentümerquote dagegen ab auf 43 Prozent. 

Stadtstaaten und Großstädte liegen im Vergleich weit zurück

Hamburg und Düsseldorf haben eine Eigentümerquote von 24 Prozent, München 25 Prozent, Frankfurt a. M. 21 Prozent. Das Schlusslicht bildet Berlin mit 16 Prozent, hier sind sechs von sieben Wohnungen gemietet. 

 

In den ostdeutschen Flächenländern ist die Eigentümerquote ebenfalls niedrig. Das ist zurückzuführen auf die planwirtschaftliche Wohnungsbaupolitik mit ihren Plattenbausiedlungen, deren Ziel es war, möglichst jedem DDR-Bürger praktischen und günstigen Wohnraum zu bieten. Deshalb wohnen nach wie vor viele Ostdeutsche zur Miete, wenn auch mit abnehmender Tendenz.

Deutschlandweit hat sich der Immobilienmarkt in den vergangenen Jahren verändert. Immobilienbesitz gilt in Zeiten der Schuldenkrise als sichere Wertanlage, was die Nachfrage erhöht. Gleichzeitig war es in Deutschland noch nie so günstig, eine Immobilie zu finanzieren.

Doch die Hauspreise erhöhen sich schneller als Mieten, Verbraucherpreise und Einkommen der privaten Haushalte, ermittelten Analysten der Commerzbank. Das Bundesfinanzministerium arbeitet bereits an einer Kreditbremse für Häuslebauer.

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