Deutsche sterben selten dort, wo sie wollen

Versicherungen von Martin Thaler

Ein wesentlicher Punkt für den verstärkten Wunsch, im eigenen Haus zu versterben, hat mit der Familie zu tun. Denn wohl nur die wenigsten möchten alleine sterben. Dies ist beim Tod im Krankenhaus bzw. im Heim weitaus öfter der Fall als im eigenen Heim. Waren es in den eigenen vier Wänden nur sieben Prozent, die vollkommen alleine starben, lag die Zahl in Krankenhäusern (20 Prozent) bzw. Pflegeheimen (33 Prozent) wesentlich höher.  

Kritik gibt es von Seiten der DAK auch im Bezug an der großen Anzahl prämortaler Krankenhauseinweisungen. Von den 60.000 für den Pflegereport untersuchten Pflegebedürftigen waren 64 Prozent im Quartal vor ihrem Tod in einem Krankenhaus. Ein wesentlicher Kostenfaktor bei durchschnittlichen Kosten von 9000 Euro für die Kassen.  

 „Die große Zahl von prämortalen Krankenhauseinweisungen widerspricht dem Grundsatz ‚ambulant vor stationär‘ der Pflegeversicherung. Man kann davon ausgehen, dass viele davon vermeidbar sind“, sagt Herbert Rebscher. „Diese vermeidbaren Krankenhausaufenthalte belasten nicht nur die Solidargemeinschaft. Sie stehen auch im klaren Widerspruch zu dem, was sich die meisten Menschen wünschen, wenn sie sterben müssen.“  

In diesem Zusammenhang forderte Rebscher die konsequente Umsetzung des im vergangenen Jahr beschlossenen Hospiz- und Palliativgesetzes, das vor allem die palliative Versorgung im häuslichen Rahmen verstärken solle. Denn der Abbau von Krankenhauseinweisungen könne nur mit einer Reorganisation der ambulanten Versorgung einhergehen, so Rebscher.

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