ZDF-Sendung: So reagiert der GDV

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Mit der Sendung „Die Lebensversicherungsfalle“ hat das ZDF branchenweit Diskussionen ausgelöst. Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft meldet sich zu Wort.

Zankapfel Bewertungsreserve

Lebensversicherung: Zankapfel Bewertungsreserve Bild: Screenshot / ZDFzoom

In der ZDF-Sendung „Die Lebensversicherungsfalle“ werden auch Debatten aufgegriffen, die der GDV und auch andere Branchenteilnehmer längst für beendet geglaubt hatten.
Doch Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV) gibt nicht auf. Nachdem der BdV noch im Dezember ein Urteil vor dem BGH erstritt, gab sich Kleinlein kampfeslustig: „Jetzt müssen nur die politisch getriebenen gesetzlichen Kürzungen der Bewertungsreserven vom Tisch“, so der Vorstandssprecher des BdV.

Gleiche Forderungen wiederholte Kleinlein vergangene Woche im ZDF. Der GDV will die Darstellungen des Verbraucherschützers so nicht stehen lassen. In einem Online-Beitrag schreibt der Branchenverband warum 2014 die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven geändert wurde: „Der Gesetzgeber hatte die Beteiligung an den Bewertungsreserven erst 2008 geschaffen, um die Kunden stärker an Kursteigerungen bei Aktien und Immobilien zu beteiligen. Durch fallende Zinsen kam es jedoch zu einem ganz anderen, ungeplanten Effekt: Weil bei fallenden Zinsen Anleihen vorübergehend Kurssteigerungen aufweisen, mussten die Versicherer entgegen den fallenden laufenden Erträgen ihre Ausschüttungen erhöhen.
Die Fähigkeit, künftig noch die versprochenen Garantiezinsen sicher erwirtschaften zu können, wurde massiv geschwächt. Diesen kontraproduktiven Mechanismus hat der Gesetzgeber 2014 korrigiert. Es bleibt dagegen weiterhin bei der ursprünglich allein angestrebten Beteiligung der Kunden an Bewertungsreserven aus Aktien und Immobilien.“

Die sinkenden Ablaufleistungen erklärt der Branchenverband vor allem mit dem seit Jahren fallenden Zinsniveau. Da Versicherer zu erheblichen Teilen in Zinspapieren investiert sind, wirke sich das gefallene Zinsniveau negativ auf die Kapitalerträge aus, so der Verband.

Kreditnehmern, die bei sinkenden Zinsen die Lebensversicherung nicht für die Darlehenstilgung nutzen können, rät der GDV die Kreditkonditionen zum nächstmöglichen Zeitpunkt an die niedrigen Zinsen anzupassen. Gesetzlich hat jeder Kunde das Recht, bei jedem Kredit alle 10 Jahre die Konditionen an die aktuellen Zinsen anzupassen. Gerade bei Hypotheken, die 30 Jahre laufen, kann der Kunde so mehrfach seine Zinskonditionen verbessern. Würden die so eingesparten Zinsen zur Erhöhung der Versicherungssumme oder zur zusätzlichen Tilgung des Kredites verwendet, könnten ungeplante Finanzierungslücken vermieden bzw. deutlich verringert werden.