Swiss Re verhandelt über Lebensversicherungen

Versicherungen von Martin Thaler

Der Rückversicherer plant den Kauf großer Lebensversicherungs-Portfolios. Derweil diskutieren die Rückversicherungsbranche in Monte Carlo um die Zukunft ihres Geschäftsmodells.

Die Swiss Re verhandelt über den Kauf großer Lebensversicherungs-Portfolios.

Die Swiss Re verhandelt über den Kauf großer Lebensversicherungs-Portfolios. Foto: Swiss Re

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re plant den Kauf größerer Lebensversicherungs-Portfolios, um diese beim Ablauf abzuwickeln. Hier befinde sich das Unternehmen derzeit in Verhandlungen, wie Swiss-Re-Finanzchef David Cole gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters im Rahmen des jährlichen Branchentreffens in Monte Carlo erklärte.  „Es gibt eine interessante Pipeline von Gelegenheiten, wir haben interessante Diskussionen mit potenziellen Verkäufern”, so Cole.  

Im Mittelpunkt des Interesses stehe Großbritannien, denkbar seien laut Cole aber auch Transaktionen in Kontinentaleuropa. Auch eine Beteiligung Dritter wollte der Finanzchef der Züricher nicht ausschließen. „Aber das ist nichts, was wir tun müssen.” Vergangenes Jahr hatte der Rückversicherer bereits die Firma Guardian Financial Services übernommen, die in Großbritannien und Irland einen Bestand von 900.000 Lebensversicherungs- und Rentenpolicen verwaltet.  

In Monte Carlo diskutiert die Branche derweil, wie sie ihr klassisches Geschäftsmodell retten kann. Denn nicht nur Niedrigzinsen und geringe Schäden bedrohen die etablierten Rückversicherer, sondern auch immer stärker branchenfremde Konkurrenz, wie Hedgefonds oder Pensionsfonds.  

So befinden sich nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge die Preise für Rückversicherungsschutz seit 2013 im freien Fall. 2017 bereits sollen die Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft laut der Ratingagentur Standard & Poors schon nicht mehr reichen, um die Aufwendungen zu decken.  

Ein weiteres Problem seien sinkende Risiken – beispielsweise im KfZ-Bereich. Sollten sich selbstfahrende Autos durchsetzen drohen starke Prämieneinbußen für die KfZ-Versicherer, bis 2050 könnte dieser Rückgang 40 Prozent betragen schätzt der Branchenprimus Aon Benfield. Viele Betriebsrisiken würden dann voraussichtlich vom Autohersteller übernommen, also ein Fall für die Produkthaftung werden.