Schüler wünschen sich mehr Finanzbildung

Versicherungen von Martin Thaler

In Baden-Württemberg wurde zum neuen Schuljahr das Pflichtfach Wirtschaft eingeführt. Das wünschen sich auch Jugendliche in anderen Bundesländern - denn bei dem Thema sehen sie viel Nachholbedarf.

Viele Jugendliche bewerten die Vermittlung von Finanzwissen an den Schulen als schlecht.

Viele Jugendliche bewerten die Vermittlung von Finanzwissen an den Schulen als schlecht. Foto: Syda Productions - fotolia.com

Das Thema Finanzbildung ist derzeit hochaktuell. Das Bundesland Baden-Württemberg führte zu diesem Schuljahr erstmals das Unterrichtsfach Wirtschaft flächendeckend ein. „Wirtschaft/ Berufs- und Studienorientierung“ heißt das Fach, das die Schüler der Real-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen künftig von der 7. bis zur 10. Klasse lernen – fünf Stunden pro Woche.  

Ein Schritt, den sich offenbar auch Schüler in anderen Bundesländern wünschen. Dies legt zumindest die comdirect Jugendstudie zum Thema „Geld und Geldanlagen“ nahe. Dieser zufolge benoteten 22 Prozent aller befragten 1.600 Jugendlichen ihr eigenes Finanzwissen mit der Note mangelhaft (19 Prozent) bzw. ungenügend (22). Nur fünf Prozent bewerteten ihr Wissen über Bankprodukte und Geldanlage mit sehr gut. Durchschnittlich gaben sich die Jugendlichen die Schulnote 3,4 – das ist gerade einmal knapp befriedigend.

Während das Konzept Zinsen und die Produkte Kreditkarte oder Girokonto für viele noch verständlich ist und die Jugendlichen diese Begriffe auch erklären können, sieht es bei den Begriffen Rendite (nur 43 Prozent können diesen Begriff erklären), Anleihe (43) und ETF (8) eher mau aus.  

Dabei ist die Bereitschaft, sich neues Finanzwissen anzueignen, augenscheinlich groß: Neun von zehn Befragten äußerten grundsätzliches Interesse an Finanzen.  

Die Schulen scheinen dabei aber aus Sicht der meisten Jugendlichen nicht der Ort zu sein, an dem Finanzwissen vermittelt wird. Nur drei Prozent erklärt die Vermittlung von Finanzwissen an den Schulen als sehr gut, neun Prozent mit gut. 59 Prozent zeigten sich indes äußert unzufrieden und benoteten die Wissensvermittlung mit mangelhaft (32 Prozent) bzw. ungenügend (27 Prozent).  

Entsprechend groß ist daher der Wunsch, dass sich dies in Zukunft ändert. So befürworten 95 Prozent der befragten Jugendlichen, dass ein Fach „Finanzwissen“ an deutschen Schulen eingeführt wird. Nur fünf Prozent glauben, sich über Finanzen besser außerhalb der Schule informieren zu können. 44 Prozent erklären, dass sie sich das Thema Finanzen als Pflichtfach wünschen würden.