Nachfrage nach Terrorversicherungen steigt rasant

Berater von Martin Thaler

Viele Unternehmen werden sich der Gefahren durch Terror und Cybercrime immer stärker bewusst, erklärt der Makler Aon in seinem neuen Marktreport. Dies macht sich auch in der Nachfrage nach Versicherungsschutz bemerkbar.

Stellte den neuen Aon-Marktreport vor: Hartmuth Kremer-Jensen.

Stellte den neuen Aon-Marktreport vor: Hartmuth Kremer-Jensen. Foto: Aon

Die Terroranschläge von Paris, Brüssel oder Würzburg beeinflussen das Sicherheitsempfinden der Deutschen stark. So gehört die Angst vor Anschlägen zu den größten Sorgen der Deutschen. Und auch die Wahrnehmung von Terrorgefahren durch Unternehmen hat sich deutlich verändert. Zu dieser Erkenntnis gelangt der neue Marktreport des Versicherungsmaklers Aon Risk Solutions.  

„Die Wahrnehmung von Terrorgefahren hat sich in den Unternehmen deutlich verändert. In früheren Jahren war die Meinung weit verbreitet, dass Terrorismus aus Versicherungssicht ein zu vernachlässigendes Risiko darstellt. Mittlerweile gibt es einen Konsens darüber, dass Terroranschläge jedes Unternehmen treffen können“, erklärte Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung bei Aon in Deutschland.  

So fürchten die Unternehmen nicht nur direkt betroffen zu sein, beispielsweise durch Schäden an Gebäuden und Einrichtungen. Ebenfalls Beschädigungen der Infrastruktur können für viele Unternehmen Probleme nach sich ziehen, beispielsweise durch Störung von Lieferketten und Produktionsprozessen. Oftmals werden nach Anschlägen für bestimmte Regionen auch Zugangsbeschränkungen erlassen, die ebenfalls den Betrieb der Firmen beeinträchtigen können.  

Anfragen der Unternehmen haben sich vervielfacht

So habe sich die Anfragen der Unternehmen nach Absicherungslösungen innerhalb der vergangenen zwei Jahre vervielfältigt, stellt Aon fest – sowohl bei Großkonzernen als auch bei mittelständischen Unternehmen. Dabei zeigt sich eine steigende Nachfrage zur vollumfänglichen Absicherung, die über reine Terrorrisiken hinausgeht und ebenfalls Schäden abdeckt, die bei Unruhen, Aufständen und Kriegen entstehen. Ein Trend, der sich auch in der Zukunft fortsetzen wird, prophezeit Aon.  

Auch Cyber-Risiken rücken verstärkt in den Fokus der Unternehmen. „In der deutschen Wirtschaft weiß man, dass kein IT-System hundertprozentig sicher ist – und dass jede Unternehmensbranche und -größe angreifbar ist. Dass ein Schaden dann schnell in die Millionen gehen kann, haben vor allem die Manager in den Konzernen verstanden“, sagt Kremer-Jensen.  

Auch hier spiegeln sich die steigenden Sicherheitsbedenken in den Abschlusszahlen wider: „Bei Cyber-Versicherungen ist ein enormer Anstieg festzustellen. Treiber dieser Entwicklung sind Konzerne mit einem Umsatz, der größer als eine Milliarde Euro beträgt. Hier kommt man deutlich häufiger zu dem Ergebnis, dass die nicht kontrollierbaren Risiken versichert werden sollten“, sagt der Aon-Experte.

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