Info-Schreiben regt private Vorsorge an

Versicherungen von Martin Thaler

Jedes Jahr bekommen Millionen Versicherte ein Informationsschreiben von der Deutschen Rentenversicherung. Dieses klärt nicht nur über die erworbenen Ansprüche auf, sondern hat auch noch einen interessanten weiteren Effekt.

Das jährliche Renteninformationschreiben spornt zu privater Altersvorsorge an, ermittelten die Forscher des ZEW.

Das jährliche Renteninformationschreiben spornt zu privater Altersvorsorge an, ermittelten die Forscher des ZEW. Foto: Stockfotos-MG - fotolia.com

Jährlich verschickt die Deutschen Rentenversicherung Millionen an Renteninformationen an alle Versicherten, die über 27 Jahre sind und seit mindestens fünf Jahren in die öffentliche Rentenkasse einzahlen. Hierin erfahren die Versicherten, wie hoch die bereits erworbenen Rentenansprüche ausfallen.   Diese jährliche Informationsrunde hat darüber hinaus einen weiteren Effekt, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nun ermittelte.

Die Forscher konnten für den untersuchten Zeitraum von 2001 bis 2010 belegen, dass die private Altersvorsorge seit der Einführung der Renteninformationsbriefe 2004 spürbar zugenommen hat. Sie stieg in der Altersgruppe ab 55 Jahren um 40 Euro pro Jahr bzw. 33 Prozent, in der Altersgruppe ab 27 Jahren um 20 Prozent bzw. 16 Prozent.  

Ein weiterer Effekt des Renteninformationsschreibens: Mehr Menschen über 27 Jahren sahen sich veranlasst, eine Arbeit zu finden um „etwas für ihr eigenes Rentenalter zu tun“, heißt es von Seiten der ZEW-Forscher. Zudem fiel auf, dass die Spendenbereitschaft durch die jährlichen Renteninformationen geschmälert wurde.    

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, wie außerordentlich wichtig die wirklichkeitsnahe Information über die persönliche Rentensituation ist", erklärt Prof. Dr. Andreas Peichl, Leiter der ZEW-Forschungsgruppe "Internationale Verteilungsanalysen" und Mitautor der Studie.

„Die Rentenreform des Jahres 2001 hat zwar keine Rentenerhöhung im Sinne von mehr Geld in der Tasche gebracht, wohl aber das bessere Wissen um die voraussichtlichen Rentenbezüge der Versicherten. Ein scheinbar unbedeutendes Detail wie die schriftliche Renteninformation hat also dafür gesorgt, dass die von der Politik gesteckten Ziele erreicht werden – nämlich den Anteil privater Altersvorsorge im deutschen Rentensystem zu erhöhen."