Infinus: Nur noch zwei Angeklagte in Haft

Sachwerte von Martin Thaler

Im Prozess gegen sechs Mitarbeiter der Infinus-Gruppe ist mit Kewan Kadhkodai der vierte Angeklagte aus der Haft entlassen worden. Ein fünfter könnte folgen - bei ihm hapert es aber anscheinend noch an der Kaution.

Ein ehemaliges Infinus-Gebäude in Dresden.

Ein ehemaliges Infinus-Gebäude in Dresden. Foto: Procontra

Von den sechs Angeklagten im Dresdener Infinus-Prozess sitzen nun nur noch zwei Angeklagte in Haft. Vergangene Woche konnte mit Vertriebsleiter Kewan Kadhkodai ein weiterer Infinus-Manager das Gefängnis verlassen, wie die Staatsanwaltschaft gegenüber procontra bestätigte. Hierfür musste Kadhkodai eine Kaution von 50.000 Euro hinterlegen.  

Ebenfalls war der Haftbefehl des ehemaligen Rechtsberaters Siegfried Bullin vergangene Woche außer Kraft gesetzt worden. Damit sitzen mit Firmengründer Jörg Biehl und Vertriebsdirektor Rudolf Ott nur noch zwei Infinus-Manager in Haft. Auch Ott könnte aus der Untersuchungshaft jedoch freikommen, wie die Sächsische Zeitung berichtet. Voraussetzung hierfür sei jedoch die Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 300.000 Euro – dies scheint Ott jedoch bislang nicht gelungen zu sein.  

Allen Angeklagten wird von der Staatsanwaltschaft gewerbsmäßiger Betrug im besonders schweren Fall sowie Kapitalanlagebetrug vorgeworfen. Insgesamt sollen zwischen November 2011 und November 2013 rund 22.000 Anleger um 156 Millionen Euro geschädigt worden sein. Die Anklage hat sich jedoch aufgrund des geltenden Beschleunigungsgebotes nur auf einen Teil der von Infinus herausgegebenen und vertriebenen Finanzinstrumente beschränkt, weshalb von einer weitaus größeren Zahl geschädigter Anleger auszugehen ist. Seit 2001 hatten insgesamt 54.000 Anleger ca. 2,1 Milliarden Euro investiert.  

Wann mit einem Urteil gerechnet werden kann, ist noch nicht abzusehen. Weitere 23 Termine sind bis Ende November angesetzt. 

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