Immobilien-Entwicklung wird zum Problem für Altersvorsorge

Sachwerte von Martin Thaler

Die Unterschiede zwischen Stadt und Land werden immer deutlicher, warnen die Immobilienexperten des BBSR. Gerade für Menschen auf dem Land wird die Situation immer mehr zu einem Problem.

In vielen Regionen Deutschlands nehmen Leerstände zu.

In vielen Regionen Deutschlands nehmen Leerstände zu. Foto: Martina Stumpp - fotolia.com

Deutschland ist praktisch in zwei Teile unterteilt, die sich in vollkommene andere Richtungen bewegen. Auf der einen Seite: Die Ballungsräume und Metropolregionen, in denen die Deutschen vermehrt nach Wohnraum suchen. Dieser ist jedoch knapp. Die Folge: stark steigende Mieten und Kaufpreise. Auf der anderen Seite befindet sich der ländliche Raum, der von Abwanderung geprägt ist. Dies führe „zu Preisverfall du erodierender Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes“.  

So lautet die deutliche Botschaft aus dem aktuellen Wohnungs- und Immobilienmarktbericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Forscher sehen durch die Entwicklung in den ländlichen Regionen zudem das Problem, dass hier diejenigen Probleme bekommen, die das eigene Haus als Altersvorsorge vorgesehen haben.  

So würde in Zukunft auch die Zahl der Wohnungsleerstände weiter zunehmen, so die BBSR-Forscher. 2011 standen 1,83 Millionen Wohnungen leer, 1,2 Millionen davon in Westdeutschland, 0,63 Millionen im Osten der Republik.  Bis 2014 erhöhte sich diese Zahl auf 2,05 leerstehende Wohnungen. Hohe Leerstandsanteile seien besonders in vielen Regionen Ostdeutschlands sowie in ländlichen sowie häufig peripher gelegenen Landkreisen im Westen Deutschlands zu finden. Die einzige Ausnahme bildet hier Schleswig-Holstein.

Ganz anders stellt sich die Situation indes in den Groß- bzw. Universitätsstädten dar. Hier ist die Nachfrage groß, das Bauland allerdings knapp. So müssten Bauwillige in München mit 1.200 Euro pro Quadratmeter bis zu 100 Mal so viel für einen Bauplatz zahlen wie in Teilen Ostdeutschlands (12 Euro pro Quadratmeter Bauland). Bundesweit zahlten die Deutschen 2014 für den Quadratmeter rund 105 Euro – zehn Euro mehr als 2008.  

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt es auch bei den Kaufpreisen für gebrauchte freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Hier wurden 2014 in den Großstädten im Schnitt rund 383.000 Euro pro Wohnung bezahlt, in ländlichen Kreisen waren es 135.000 Euro. Und die Preise in den Städten steigen – so lagen sie um 21 Prozent höher als noch 2009. Ein besonders starker Anstieg war in den süddeutschen Universitätsstädten Regensburg, Erlangen, Ulm, Augsburg und Nürnberg mit mehr als 50 Prozent zu verzeichnen. Auf dem Land herrscht hingegen preistechnisch Stagnation.