HIS: Keine Daten mehr von dieser Nummer

Versicherungen von Martin Thaler

Die Allianz fährt die Datenübermittlung an das HIS-Informationssystem zurück. Daten aus den Bereich Leben- und BU-Versicherungen werden gar nicht mehr übermittelt.

Die Allianz gibt keine Daten mehr für Lebens- und BU-Versicherungen an das HIS weiter.

Die Allianz gibt keine Daten mehr für Lebens- und BU-Versicherungen an das HIS weiter. Foto: 3dkombinat - fotolia.com

Wer eine Versicherung abschließen möchte und einen dementsprechenden Antrag stellt, muss damit rechnen, dass der Versicherer die Daten speichert und an das gemeinsame Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS). Dieses System, das ähnlich wie die Schufa funktioniert, soll den Versicherern dabei helfen, Risiken besser abwägen zu können und Betrügern auf die Schliche zu kommen.  

Nun erklärte der deutsche Branchenführer Allianz, nur noch eingeschränkt Daten an das HIS weiterzugeben. Alf Neumann, Produktvorstand der Münchener, erklärte gegenüber der Deutschen Presse Agentur, das HIS seit Ende 2015 nicht mehr mit Daten aus den Lebens- und Berufsunfähigkeisversicherungen zu beliefern. „Der für uns aus HIS für den Bereich Leben gezogene Erkenntnisgewinn war nicht mehr hoch genug, um die Aufwände und Kosten zu rechtfertigen“, so Neumann.

Als weiteren Grund nannte Neumann die Absicht der Münchener, in Zukunft verstärkt auf Online-Abschlüsse bei Lebens – als auch BU-Versicherungen setzen zu wollen.  „Wir haben zudem festgestellt, dass der Zusatzschritt ein Hindernis für einen schnellen, zumal digitalen Abschluss war», sagte Neumann“, so Neumann. Jedoch wird die Datenweitergabe nicht vollständig eingeschränkt – bei Schadenversicherungen werden weiterhin Daten mit der Konkurrenz ausgetauscht.

 Die Allianz ist dabei nicht das erste Unternehmen, das im Bereich Lebensversicherungen nicht mit der HIS zusammenarbeitet. Auch die Hannoversche Leben sowie die AachenMünchener liefern keine Daten. Sowieso werde das System, das von der Bertelsmann-Tochter Informa betrieben wird, vorwiegend für KfZ-Versicherungen genutzt, erklärte Informa-Geschäftsführer Björn Hinrichs gegenüber der dpa. Mehr als die Hälfte der Systemnutzung würde diesen Bereich abdecken.  

Kritik am HIS-Informationssystem gibt es immer wieder – insbesondere von Maklerseite. So haben Makler keinen Zugriff auf die Daten, lediglich wenn ein Antrag abgelehnt wird. Der Verband deutscher Versicherungsmakler sieht zudem den Umfang der erfassten Daten kritisch, weil ausreichender Datenschutz nicht gewährleistet sei. Im Oktober 2014 hatte beispielsweise Makler Matthias Helberg auf eine Datenpanne aufmerksam gemacht. 

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