Für Beschäftigte ist bAV zu komplex

Berater von Martin Thaler

Ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer bewertet die betriebliche Altersvorsorge als sicher, zugleich aber auch als zu komplex. Eine Erkenntnis, die bei der kommenden bAV-Reform berücksichtigt werden sollte, so das DIA.

Der Referentenentwurf zum Thema bAV - einem wichtigen Bestandteil in der Rentenreform von Andrea Nahles (Bild) - wird in der übernächsten Woche erwartet.

Der Referentenentwurf zum Thema bAV - einem wichtigen Bestandteil in der Rentenreform von Andrea Nahles (Bild) - wird in der übernächsten Woche erwartet. Foto:BMAS/ Werner Schuering

Die politische Sommerpause ist vorbei und auch bei der geplanten Rentenreform von Andrea Nahles geht es auf die Zielgerade. Für übernächste Woche wird der finale Entwurf der Sozialministerin erwartet, welche Reformen sie sich für die betriebliche Altersvorsorge – einem Kernstück ihrer Reform – vorstellt. Zuletzt war bekannt geworden, dass das Bundesarbeitsministerium mit Bundesfinanzministerium und den Sozialpartnern in Verhandlungen über eine Abschaffung der Arbeitgeber-Haftung stehe.  

Dass an weiteren Stellschrauben zu drehen ist, zeigt eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Laut dem jüngsten Deutschland-Trend Vorsorge erklärten 82 Prozent der befragten Beschäftigten, dass sie die betriebliche Altersvorsorge als sehr komplex einschätzen. Eine Aussage, die besonders häufig von Frauen bzw. Älteren getätigt wird.  

Laut DIA deutet dies daraufhin, dass die Komplexität ein Grund dafür sei, dass ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer die bAV nicht nutze. 54 Prozent der Befragten hatten ausgesagt, noch nicht für eine Betriebsrente anzusparen und dies auch nicht zu planen. Lediglich acht Prozent erklärten, derzeit über keine bAV zu verfügen, dies aber innerhalb der kommenden zwölf Monate ändern zu wollen.  

Zu einem ähnlichen Ergebnis war im Juni bereits die Studie "Betriebliche Altersversorgung aus Arbeitnehmersicht" von Willis Tower Watson gekommen. Dieser zufolge verstünde nur ein Drittel aller Arbeitnehmer die Informationen rund um die betriebliche Altersvorsorge. Hier seien die Unternehmen in der Pflicht, so die Meinung der Unternehmensberatung, ihren Mitarbeitern die betrieblichen Vorsorgeangebote verständlich und bedürfnisorientiert anzubieten. 

„Die Tatsache, dass mehr als vier Fünftel der Beschäftigten die betriebliche Altersversorgung als übermäßig komplex einschätzen, sollten sich die Politiker bei der angekündigten bAV-Reform zu Herzen nehmen. Eine Vereinfachung würde die Verbreitung mit großer Wahrscheinlichkeit verbessern“, erklärte DIA-Sprecher Klaus Morgenstern.  

Schließlich erfülle die bAV ein Kriterium, das vor allem deutschen Sparern sehr wichtig ist: Sicherheit. So schätzten 70 Prozent der Befragten die betriebliche Altersvorsorge als sehr sichere Anlage ein. 

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