„Viele füllen die komplizierten Formulare heute gar nicht aus"

Berater von Martin Thaler

Die Riester-Rente ist aus Sicht von Finanzstaatssekretär Jens Spahn nicht gescheitert, muss allerdings reformiert werden. Insbesondere bei den Verwaltungsprozessen erkennt Spahn Nachholbedarf.

Spricht sich für ein höheres Renteneintrittsalter und Reformen bei der Riester-Rente aus: Finanzstaatssekretär Jens Spahn.

Spricht sich für ein höheres Renteneintrittsalter und Reformen bei der Riester-Rente aus: Finanzstaatssekretär Jens Spahn. Foto: Bundesfinanzministerium

Das Renteneintrittsalter muss weiter angehoben werden. Dies fordert zumindest Jens Spahn, Staatssekretär im Finanzministerium. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sprach sich Spahn dafür aus, dass je nach Geburtsjahr pro Jahr ein Monat länger gearbeitet werden muss. „Die sollte man auch für die Zeit nach 2030 beibehalten."   

Spahn zeigte sich überzeugt, dass auch viele Arbeitnehmer länger arbeiten wollen. So würde auch sein Vater, der mal als Prokurist tätig war, immer wieder als Fahrer Geld dazu verdienen, da er das Nichts-Tun als Rentner nicht aushalte.  

Dass die staatlich geförderte Riester-Rente gescheitert ist, sieht Spahn nicht. Jedoch sprach sich der Finanzstaatssekretär für Reformen aus. So sei zu überlegen, ob über die Zulagen nicht direkt die Finanzämter entscheiden sollten. Zudem sollten die Zulagen automatisch gewährt werden und nicht erst auf Antrag. Derzeit würden viele Sparer nämlich ihre Formulare nicht ausfüllen, da diese zu kompliziert seien, so Spahn.  

Mit diesem Vorschlag befindet sich Spahn auf einer Linie mit der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, die ebenfalls mehrere Vorschläge zur Riester-Reform vorgelegt hatte – unter anderem die Optimierung der Verwaltungsprozesse.  

Nicht nur bei den Verwaltungskosten müsse man nach Ansicht von Spahn nachbessern, sondern auch bei den rechtlichen Vorgaben. So müsse bei den Anlegevorschriften gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase verstärkt in Richtung Rendite gedacht werden. „Womöglich müssen wir bei den Garantien Abstriche machen zugunsten von mehr Renditechancen", so Spahn.  

Rückblickend sei es für Spahn ein Fehler gewesen, dass die Riester-Rente nicht als verpflichtende Zusatzvorsorge eingeführt worden sei.

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