Solvency II: LV-Versicherer kämpfen mit SCR-Quote

Top News Versicherungen von Martin Thaler

Die Finanzaufsicht BaFin legte neue branchenspezifische Zahlen vor. Die drei Versicherer, die gegen die Kapitalanforderungen verstoßen, kommen aus dem Sach- und Unfallbereich.

Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Frank Grund

Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Frank Grund Bild © Ute Grabowsky / photothek.net / BaFin

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin spezifiziert ihre bislang veröffentlichten Daten zu den Kapitalvorschriften „Solvency II“. Nachdem die Aufsicht bereits im Juli mitgeteilt hatte, dass von den 342 deutschen Versicherern drei Unternehmen die Kapitalanforderungen gemäß Solvency II nicht erfüllt hatten, gibt sie nun Ergebnisse zu den einzelnen Versicherungssparten bekannt.  

So wiesen im Bereich der Lebensversicherer alle 84 Unternehmen zum 1. Januar 2016 eine ausreichende Bedeckung der SCR (Solvency Capital Requirement) auf. Die Bedeckungsquote lag bei 283 Prozent. Hier war allerdings im Laufe des ersten Quartals auf Grund des schwierigen Kapitalmarktumfelds eine deutliche Verschlechterung der SCR-Quoten zu beobachten. Knapp die Hälfte der Lebensversicherer würden Volatilitätsanpassungen sowie Übergangsmaßnahmen in Anspruch nehmen, teilte die BaFin weiterhin mit.

Im Bereich der Schaden- und Unfallversicherungen sind die drei Unternehmen zu verordnen, die die Kapitalanforderungen nicht erfüllen konnten. Diese Zahl ist mittlerweile auf ein Unternehmen gesunken, wie die Finanzaufsicht mitteilte. Ein Unternehmen hätte die Anforderungen bereits zum Ende des 1. Quartals 2016 erfüllen können, ein weiteres könne die Solvabilitätskapitalanforderungen aufgrund aufsichtsrechtlicher Maßnahmen inzwischen ebenfalls erfüllen. Insgesamt lag die durchschnittliche Bedeckungsquote zum Jahresbeginn bei 278 Prozent – zum Ende des 1. Quartals lag diese kaum verändert bei 280 Prozent.  

Von den 41 unter Aufsicht der BaFin stehenden Krankenversicherern waren alle zu den beiden genannten Stichtagen gedeckt. Acht Unternehmen wendeten Übergangsmaßnahmen bzw. Long-Term-Guarantee-Maßnahmen an. Dabei handelt es sich um spezielle Maßnahmen zur Bewertung langfristiger Garantien unter Solvency II.  

In der Rückversicherung betrug die Bedeckungsquote zum 1. Januar 2016 326 Prozent und ging bis zum Ende des 1. Quartals leicht auf 320 Prozent zurück.  

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