Rentensicherung: Mangelndes Vertrauen in Politik

Berater von Martin Thaler

Wenn es um die Sicherung der gesetzlichen Rente geht, scheinen die Deutschen nicht zu glauben, dass die Politik hier wirksam eingreifen kann oder wird. Stattdessen suchen die Deutschen nach anderen Möglichkeiten, sich für das Alter abzusichern.

Fordert von der Politik die Weiterentwicklung der ergänzenden Altersvorsorge: MLP-Vorstand Manfred Bauer.

Fordert von der Politik die Weiterentwicklung der ergänzenden Altersvorsorge: MLP-Vorstand Manfred Bauer. Foto: MLP

Sozialministerin Andrea Nahles hat ihre angekündigte große Rentenreform noch nicht präsentiert, doch scheint das Thema Rente bereits jetzt omnipräsent. Auch wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel im Frühjahr dafür ausgesprochen hatte, das Thema Rente aus dem Wahlkampf herauszuhalten, werden die Wortmeldungen nicht weniger.  

Manchmal geht es um eine Versicherungspflicht für Selbstständige, teils um die Beibehaltung bzw. Erhöhung des jetzigen Rentenniveaus oder die Reform der Riester-Rente. All dieser Vorschläge zum Trotz – oder vielleicht auch aufgrund deren Vielzahl – ist das Vertrauen der Menschen in die Politik im Bezug auf ihre spätere Altersabsicherung gering.  

Dies legt zumindest eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP entstanden ist, nahe. Dieser zufolge glauben 62 Prozent der Bundesbürger nicht, dass die Politik dauerhaft ein Absinken des Rentenniveaus verhindern kann – nur 24 Prozent sehen dies anders.  

Ein höheres Renteneintrittsalter oder Beitragserhöhungen treffen dabei laut Umfrageergebnis auf wenig Akzeptanz seitens der Bürger. Nur zehn (Renteneintrittsalter) bzw. 13 Prozent (Beitragserhöhungen) hielten diese Maßnahmen zur Stabilisierung des Rentenniveaus für akzeptabel. 58 Prozent sprachen sich dafür aus, das sinkende Rentenniveau auf anderem Wege auszugleichen, beispielsweise über eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge.  

„Für die Politik sollte die Weiterentwicklung der ergänzenden Altersvorsorge im Mittelpunkt stehen. Die Bürger haben ein realistisches Bild davon, dass die weitere Absenkung des Rentenniveaus unausweichlich ist“, sagt MLP Vorstandsmitglied Manfred Bauer.  

Darüber hinaus offenbarte die Umfrage einige Wissenslücken der Bürger im Bezug auf die gesetzliche Rente. So gaben 32 Prozent der Befragten, die noch keine Rente beziehen, an, keine konkrete Vorstellung über die Höhe ihrer gesetzlichen Rente zu haben. Hinzu kommen 27 Prozent, die nur über eine „grobe Idee“ im Bezug auf die Höhe verfügen.  

Für die Umfrage befragt wurden Mitte Juli 2029 Personen.