„Panikmache in der Lebensversicherung nicht angebracht“

Top News Versicherungen von Henning Kühl

Höhere Anforderungen bei besserer Kontrolle - Die Idee hinter neuen risikobasierten Betrachtung von Solvency II, für Henning Kühl: „Versicherer dürfen nur Produkte verkaufen, die sie auch finanzieren können.“ Versicherer würden bereits selbständig ihre Garantiezusagen wie auch ihre Produktportfolios überarbeiten oder im Zweifel Altbestände in den Run-off geben, stellt Kühl fest. „Und das ist auch gut so.“

Die Bafin, weiß er, könne nämlich laut Versicherungsgesetz erst konkrete Maßnahmen vorschreiben, wenn ein Unternehmen de facto insolvent ist – durchaus positiv für die Kunden. „Bevor §314 Absatz 1 Satz 1 des Versicherunsgsaufsichtsgesetzes greift, kann die Aufsicht Unternehmen in Manndeckung lediglich im Blick behalten und deren Vorschläge zur Verbesserung der Lage diskutieren.“ Die Übergangszeit von 16 Jahren hält der Chefaktuar von Policen Direkt für gerechtfertigt. Sie dienen letztlich auch den Interessen der Kunden.

„Gerade Lebensversicherer müssen ihre Risiken und Chancen auf Jahrzehnte im Voraus modellieren. Das Risiko der Langlebigkeit kann nur so übernommen werden.“ Daher sollte die Bafin in seinen Augen ihn die quartalsweise Information der Öffentlichkeit zur mitunter volatilen Eigenkapitalausstattung der Lebensversicherer überdenken. Kühl fände zudem etwas mehr Gelassenheit angebracht bei der öffentlichen Bewertung kurzfristiger innerjährlicher Schwankungen bei der Solvabilität.

Seite 1: "Übergangsregelungen halte ich für nicht problematisch"
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