Mietsteigerungen konzentrieren sich auf wenige Orte

Sachwerte von Michael Fiedler

Die Mieten steigen in Deutschland. Doch das durchschnittliche Einkommen auch. Das IW Köln stellte in einer aktuellen Studie fest, dass relativ gesehen, Mieten in Deutschland günstiger, nicht teurer werden. In welchen Städten es anders ist.

Wohnhaus wird saniert

Soziale Wohnraumförderung soll nach Ansicht des IW Köln nur an bestimmten Standorten eingesetzt werden. Bild: Michael Fiedler

In den letzten sechs Jahren sind die Mieten bundesweit im Schnitt um 10,2 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum erhöhten sich die durchschnittlichen Einkommen um 11,5 Prozent, so das IW Köln in einer aktuellen Studie. Die Untersuchung stellte fest, dass man durchschnittlich 94 Quadratmeter Wohnfläche erhält, wenn man 25 Prozent des verfügbaren Einkommens für Miete aufwendet. Immerhin zwei Quadratmeter mehr als 2010.

Auch in den Metropolen München und Frankfurt stieg die Quadratmeterzahl: Im Durchschnitt bekommen Mieter 70 Quadratmeter Wohnraum für 25 Prozent ihres Einkommens. Damit legte München um einen, Frankfurt um drei Quadratmeter zu.
Im Landkreis Dingolfing-Landau reicht ein Viertel des Durchschnittseinkommens für 125 Quadratmeter – Spitzenwert in Deutschland. Die Studentenstädte Trier, Freiburg, Heidelberg und Würzburg bilden hingegen das Schlusslicht mit nur 60 Quadratmetern.

Berlin: Kaufkraft steigt nicht wie die Preise

„Die enormen Mietsteigerungen konzentrieren sich auf wenige Orte“, sagt IW-Immobilienexperte Ralph Henger. Einer dieser Orte ist Berlin. In der Hauptstadt sind die Mieten seit 2010 um 26 Prozent gestiegen. Hintergrund ist der starke Zustrom – in den vergangenen sechs Jahren ist Berlin um 240.000 Einwohner gewachsen. Da ihre Kaufkraft nicht im selben Maße stieg wie die Preise, können sich Mieter weniger Wohnraum leisten – durchschnittlich 68 Quadratmeter. Das ist ein Minus von einem Quadratmeter. Ähnliche Entwicklungen gibt es in Stuttgart und Dortmund.

„Trotz steigender Mieten gibt es in der Breite keinen allgemeinen Mangel an bezahlbarem Wohnraum“, sagt Henger.
Nach Ansicht des IW Köln sollte die Politik daher nicht mit flächendeckenden Programmen eingreifen, sondern gezielt handeln. Dazu gehöre zum Beispiel, die soziale Wohnraumförderung nur an bestimmten Standorten einzusetzen und dafür zu sorgen, dass die infrastrukturelle Versorgung der ländlichen Räume verbessert wird.