Marktwächter erhalten tausende Beschwerden

Versicherungen von Martin Thaler

Die Projekte Marktwächter Finanzen sowie Digitale Welt haben erstmals Bilanz gezogen. So wurden unter anderem bislang 6.800 auffällige Meldungen registriert und sechs Warnungen veröffentlicht.

Sieht den Verbraucherschutz durch das Marktwächter-Projekt gestärkt: vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Sieht den Verbraucherschutz durch das Marktwächter-Projekt gestärkt: vzbv-Vorstand Klaus Müller. Foto: vzbv - Jan Zappner

Seit März 2015 ist das Projekt „Marktwächter Finanzen“ am Start. Nun zogen die Verbraucherschützer Bilanz: So seien bislang über 6.800 auffällige Meldungen von Verbrauchern gesammelt und ausgewertet worden. Zudem seien sechs explizite Marktwächterwarnungen vor bestimmten Anbietern oder Geschäftspraktiken veröffentlicht worden.  So warnten die Verbraucherschützer unter anderem vor Dienstleistern, die ihre Hilfe bei der Rückabwicklung von Lebensversicherungen anbieten. Zwölfmal gingen die Verbraucherschützer zudem rechtlich gegen Unternehmen vor, fünf dieser Abmahnverfahren waren erfolgreich.  

„Die Marktwächter wirken. Bereits nach kurzer Projektlaufzeit zeigt sich, dass wir den Verbraucherschutz in Deutschland deutlich stärken können“, erklärte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).  

Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) lobte ebenfalls die Arbeit des Projekts: „In dieser Legislaturperiode ist es uns gelungen, eine neue und schlagkräftige Verbraucherschutzstruktur aufzubauen. Der Dreiklang aus warnen, über Risiken aufklären und die Verbraucherinnen und Verbraucher schützen, zeigt Wirkung.“ Das Justizministerium unterstützt die Projektarbeit der Marktwächter Finanzen bis 2017 mit rund 12,4 Millionen Euro, das Projekt Marktwächter Digitale Welt mit rund 4,5 Millionen Euro.  

Die Gründung der Marktwächter Finanzen war damals kontrovers diskutiert worden – auch unter Maklern. Einerseits wurde das Projekt begrüßt, jedoch kritisiert, dass die Marktwächter zu wenig Befugnisse hätten. Andere bemängelten, dass gerade die Verbraucherzentralen zu Marktwächtern gemacht wurden. Solche hoheitsrechtlichen Regeln sollten nicht durch Vereine wahrgenommen werden, hieß es. 

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