Klamme Kassen keilen um Kohle

Top News Versicherungen von Markus Rieksmeier

Obwohl die Krankenkassen und der Gesundheitsfonds in 27,7 Milliarden Euro Bargeld schwimmen, keilen einige weniger betuchte Kassen im Schätzerkreis um zwei Milliarden mehr Etat. Im Topf liegen 195 Milliarden.

An diesem Mittwoch traf sich der Schätzerkreis der Gesetzlichen Krankenversicherung, um die Budgets der Gesetzlichen Krankenkassen für 2014 zu ermitteln. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), die sich ihrerseits auf „Verhandlungskreise“ beruft, liegen die Forderungen der Kassen für 2014 um etwa zwei Milliarden über den Etat-Ansätzen des Bundesversicherungsamtes.

Über die Mehrforderung sei „eine Verständigung nur schwer möglich“. Bei dem Schätzerkreis handelt es sich um eine Expertengruppe aus Leistungserbringern (Ärzte- und Krankenhausvertretern) und dem Bundesversicherungsamt, das sozusagen die Rohdaten einspielt: Ein Beispiel dafür ist die prognostizierte Lohnsumme für 2014, beziehungsweise deren Veränderung für das kommende Jahr.
 
Natürlich sind es nicht „einzelne“ Kassen, die mehr Geld wollen, sondern die Kassenvertreter generell, die vor deutlich höheren Ausgaben bei Arzneien warnen. Unter anderem wegen des Wegfalls des so genannten Zwangsrabatts bei Medikamenten und befürchteten Mehrausgaben bei Krankenhaus-Behandlungen. Nach Angaben der SZ hätten die Kassen bereits im vergangenen Jahr ihre Plan-Ausgaben „überzeichnet“, also zu viel gefordert.

Da sich aber die Rücklagen nicht gleichmäßig auf alle 134 Kassen verteilten, sei ein Drittel trotz schwarzer Zahlen „nicht in der Lage sich üppige Finanzpolster zuzulegen“ schreibt die SZ. Diese klammen Kassen „fürchten, in naher Zukunft einen Zusatzbeitrag erheben zu müssen“. Gerade die Zusatzbeiträge führten in der Vergangenheit bei einige Kassen zu einem erheblichen Aderlass, weil viele Mitglieder deswegen wechselten.

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