Immobilien: Diese Kriterien beeinflussen die Kaufentscheidung

Sachwerte von Michael Fiedler

Bei Kauf oder Vermietung einer Immobilie ist die Lage entscheidend. Welche Kriterien die Entscheidung beeinflussen und wo sich Immobilien am schnellsten verkaufen lassen.

Sebastian Wagner

Der CEO von Hausgold: Sebastian Wagner Bild: Talocasa GmbH

Hoch im Kurs: Immobilien aller Art werden besonders in deutschen Großstädten stark nachgefragt. Bei der Immobilienwahl spielen viele Parameter eine Rolle. Welche Faktoren einen besonders hohen Einfluss auf die Entscheidung von Kauf- oder Mietinteressenten haben, ermittelte das „Immobilienbarometer“ von Interhyp und ImmobilienScout24. Dafür wurden im Mai 2016 2.225 Kaufinteressenten befragt.

Laut „Immobilienbarometer“ bevorzugen 43 Prozent der Befragten ein Eigenheim direkt in der Stadt. Knapp jeder Zweite (48 Prozent) strebt eine Immobilie in Stadtnähe an.
Die Top-5-Lagekriterien im Überblick:

  1. Gute Einkaufsmöglichkeiten (67 Prozent)
  2. Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (59 Prozent)
  3. Naturnähe (47 Prozent)
  4. Ärztliche Versorgung (39 Prozent)
  5. Nähe zum Arbeitsplatz (35 Prozent)  

  Die Top-5-Ausschlusskriterien:

  1. Lärm (47 Prozent)
  2. Problematische Nachbarschaft (36 Prozent)
  3. Kein Garten (27 Prozent)
  4. Dunkle Räume / wenig Licht (25 Prozent)
  5. Fehlende Garage / kein Stellplatz (22 Prozent)

In Berlin verkaufen sich Immobilien am schnellsten

Inwieweit die wachsende Nachfrage zu veränderten Verkaufsabwicklungen und höheren Preisen führte, untersuchte die Immobilienberatung „Hausgold“. Dafür wurden die eigenen Daten für die Städte Berlin, Hamburg, Köln und München analysiert.
Ergebnis:  Eigentümer in Großstädten müssen kaum noch sechs Monate für ihren Immobilienverkauf einplanen. Am schnellsten läuft der Verkauf in Berlin ab mit 153 Tagen (= 5,1 Monate) Dauer zwischen Makler-Erstkontakt und Notartermin, gefolgt von Köln mit 158 Tagen (= 5,3 Monate), München mit 161 Tagen (= 5,4 Monate) und Hamburg mit 183 Tagen (= 6,1 Monate). Die Faustformel, für den Immobilienverkauf ein gutes Jahr einzuplanen, gilt in diesen Städten demnach nicht mehr. „Berlin, Hamburg, Köln und München haben ein Angebotsdefizit an Immobilien bzw. einen Nachfrageüberschuss“, erläutert Hausgold-Geschäftsführer Sebastian Wagner die Ergebnisse, „entsprechend schnell lassen sich hier Verkäufe realisieren.“

Höchste Quadratmeterpreise für Häuser in München

Hausverkäufer in Deutschland erzielen einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 2.100 €/qm, Wohnungsverkäufer 2.700 €/qm. Die Preise in Berlin, Hamburg, Köln und München sind hoch und liegen über den durchschnittlichen Immobilienpreisen in Deutschland. Spitzenreiter im Immobilienvergleich der vier größten Städte Deutschlands sind Häuser im Münchener Stadtgebiet mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 6.100 €/qm. Für Wohnungen in München konnten Preise von durchschnittlich 6.000 €/qm erzielt werden. Zweitteuerste Stadt ist Hamburg mit 3.500 €/qm (Haus) bzw. 4.100 €/qm (Wohnung). Preislich liegen Köln und Berlin nahe beieinander: Sowohl in Köln als auch in Berlin erzielten Hausverkäufer durchschnittlich 3.100 €/qm. Eine Wohnung verkaufte sich in Köln dagegen für 3.200 €/qm und in Berlin für 3.500 €/qm.