Hoher Schäden zum Trotz: Talanx zeigt sich zufrieden

Versicherungen von Martin Thaler

Am Gewinnziel für dieses Jahr will Vorstandsvorsitzender Haas weiter festhalten. Auch bei der Umsetzung der "strategischen Agenda" sieht man sich auf gutem Wege.

Der Hannoveraner Talanx-Konzern ist weiter auf Kurs.

Der Hannoveraner Talanx-Konzern ist weiter auf Kurs. Foto: Talanx

Der Versicherungskonzern Talanx sieht sich in puncto Gewinnziel auf Kurs. Nachdem das Konzernergebnis sich im Vorjahreszeitraum aufgrund der Sanierung des deutschen Lebensversicherungsgeschäfts auf 60 Millionen Euro verringert hatte, konnte die Versicherungsgruppe nun eine Verdreifachung dieses Betrages auf 179 Millionen Euro für das zweite Quartal 2016 bekanntgeben.  

„Unter dem Strich sind wir mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2016 weitgehend zufrieden und optimistisch, unsere Jahresziele zu erreichen“, sagt Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. „Naturkatastrophen, Großschäden und anhaltende Währungskurseffekte haben auch bei Talanx zu Buche geschlagen“, so Haas.

Als besonders kostenintensiv erwiesen sich – vor allem für die Rückversicherungstochter Hannover Rück – dabei die Brände im kanadischen Bundesstaat Alberta (132 Millionen Euro) sowie ein Erdbeben in Ecuador. Die schweren Unwetter in Deutschland, vorwiegend die Sturmtiefs Elvira und Friederike, verursachten für die Talanx-Gruppe in Schäden in Höhe von 55 Millionen Euro.  

Stellenabbau und Digitalisierung

Dennoch hält Haas am angepeilten Überschuss von 750 Millionen Euro für dieses Jahr fest. Auch ansonsten zeigte Haas sich zufrieden, beispielsweise im Bezug auf die „Umsetzung der strategischen Agenda“. So plant die Versicherungsgruppe, den Direktvertrieb über Online-Kanäle weiter auszubauen. 300 Millionen Euro nimmt das Hannoveraner Unternehmen dafür in die Hand – baut allerdings auf der anderen Seite zahlreiche Stellen ab. So war im April dieses Jahres bekannt geworden, dass bei der zum Konzern gehörenden HDI Vertriebs AG 330 Arbeitsplätze bis 2020 abgebaut werden sollen, bei der HDI Kundenservice AG sollen 600 Stellen wegfallen.  

Hier habe man sich nun mit dem Betriebsrat auf ein Eckpunktepapier geeinigt, teilte der Konzern mit – auf betriebsbedingte Kündigungen sollen weitgehend verzichtet werden, steht hierin, stattdessen soll der Stellenabbau über Aufhebungsverträge und Altersteilzeitregelungen erfolgen.  

Als wichtiges Digitalisierungsvorhaben, das bereits umgesetzt wurde, bezeichnete Haas die „digitale Kfz-Strecke“. So konnten bis zum 30. Juni dieses Jahres 12.000 Verträge online abgeschlossen werden. Zudem sei eine Schaden-App eingeführt worden, mit der bislang 1.000 Schäden gemeldet und bearbeitet worden seien. 

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