Harter Wettbewerb im Cyber-Markt

Versicherungen von Martin Thaler

Auch wenn die Nachfrage bislang gering ist, sehen die deutschen Versicherer bei Cyber-Versicherungen ein sehr großes Marktpotenzial. Damit sind nicht mehr nur große Unternehmen im Fokus, sondern immer stärker auch Privatpersonen.

Viele Firmen unterschätzen Cyber-Risiken.

Viele Firmen unterschätzen Cyber-Risiken. Foto: Andrey Popov - fotolia.com

Die Zahlen, die der Digitalverband Bitkom präsentiert, sind deutlich. 2013 belegte Deutschland was Cyberangriffe anging einen traurigen ersten Platz im Bezug auf Schäden: insgesamt 46 Milliarden Euro kosteten Angriffe mit Trojanern, Viren und Co. Circa eine Million Computer in Deutschland sind dabei von Kriminellen gekapert worden, die es dabei nicht nur auf Privatpersonen abgesehen haben, sondern auch auf Firmen.  

Hier spielt das Thema Cyber-Absicherung allerdings kaum eine Rolle – sei es bei Selbstständigen oder aber beim produzierenden Gewerbe: Die Verbreitung der sogenannten Cyber-Policen ist mager.   Dennoch: Für die Versicherungsbranche ist es ein Zukunftsmarkt – der GDV adelte die Cyber-Versicherung bereits als Brandschutz des 21. Jahrhunderts.   Doch noch ist der Markt klein, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet und zitiert Jens Lison, den für die Firmenkunden zuständigen Vorstand beim Münchener Versicherer Allianz: „Es gibt deutschlandweit 3,6 Millionen Unternehmen, und nach Schätzungen wurden bis jetzt 3000 bis 4000 Cyber-Versicherungsverträge abgeschlossen.“

Dementsprechend groß sei das Potenzial. Nachdem der Branchenriese sich zuletzt auf Großkunden spezialisiert hatte, brachte er im Juli auch eine Absicherung für mittelständische Unternehmen auf den Weg.

Auch die MunichRe erkennt in der Absicherung von Cyber-Risiken großes Potenzial – so könnte der Markt bis 2020 bereits ein Volumen von acht Milliarden Dollar erreichen, so die Schätzung des Rückversicherers. Die Axa äußerte gegenüber dpa, dass sie von einem Marktvolumen von 200 bis 300 Millionen Euro in den nächsten fünf bis zehn Jahren ausgehe. Noch allerdings sei das Risikobewusstsein in vielen Unternehmensleitungen nicht sonderlich ausgeprägt – was auch am mangelnden technischen Verständnis liegen könnte. Denn oftmals bleiben IT-Angriffe auch unbemerkt, wie der IT-Sicherheitsexperte Edgar Scholl schon anmerkte.

Allerdings ist der Markt gar nicht mal mehr auf die großen Unternehmen beschränkt – auch der normale Bürger wird aufgrund der angespannten Marktsituation verschärft ins Auge genommen. Mit ganz eigenen Zusatzleistungen, wie der psychologischen Beratung bei Internet-Mobbing. Die Nachfrage hierauf sei groß, erklärt ein Sprecher der SparkassenVersicherung gegenüber der dpa. „Mit den ersten Reaktionen auf unsere Produkteinführung sind wir sehr zufrieden“.

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