GKV verzeichnen Plus von 600 Millionen Euro

Versicherungen von Martin Thaler

Das deutliche Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag auch in den erhöhten Zusatzbeiträgen begründet. Auch bei den Mitgliederzahlen gab es Veränderungen. Wer zulegen konnte und wer Versicherte verlor.

Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands: Dr. Doris Pfeiffer.

Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands: Dr. Doris Pfeiffer. Foto: GKV

Die gesetzlichen Krankenversicherungen können erneut auf eine verbesserte Finanzlage verweisen. Wie die Frankfurter Allgemeine (FAZ) mit Verweis auf neuen Daten der Krankenkassen berichtete, belief sich das Plus der 118 Kassen im ersten Halbjahr auf 600 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war dies ein deutliches Plus, damals wiesen die Kassen noch ein Minus von 491 Millionen Euro auf.

Verantwortlich für das Plus sind auch die zu Jahresbeginn von vielen Kassen angehobenen Zusatzbeiträge. Diese, die allein von den Arbeitnehmern getragen werden müssen, könnten trotz der derzeit positiven Finanzsituation dennoch weiter ansteigen. So hatte der Duisburger Gesundheitsökonom Jürgen Wasem jüngst errechnet, dass sich diese in den nächsten vier Jahren mehr als verdoppeln könnten.

Zumindest relativiert wurden diese Aussagen durch den Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Christoph Straub. Dieser erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die Zusatzbeiträge vorerst nicht so stark steigen würden, wie befürchtet: „Wir gehen heute davon aus, dass der Ausgabenanstieg in der GKV in diesem Jahr insgesamt „nur“ noch 1,25 bis 1,26 Milliarden Euro betragen wird.“ Dies würde bedeuten, dass 2017 die Zusatzbeiträge durchschnittlich nur um 0,1 Prozentpunkte, statt wie bisher prognostiziert 0,2 Prozentpunkte steigen würden. Von Entwarnung könne indes keine Rede sein, da allein im kommenden Jahr mit einem deutlichen Ausgabenschub zu rechnen sei.  

Veränderungen auch bei den Mitgliederzahlen

Den größten Überschuss im ersten Halbjahr verbuchten die Ersatzkassen mit 316 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen kamen auf einen Überschuss von 125 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen verzeichneten ein Plus von 40 Millionen Euro. Positive Ergebnisse vermeldeten auch die Innungskassen (21 Millionen), die Knappschaft (80 Millionen) sowie Landwirtschaftliche Krankenkasse (12 Millionen). 

Veränderungen gab es auch bei der Zahl der Versicherten, wie die FAZ weiter berichtet. So hat die Zahl der Menschen, die bei den AOKs versichert sind, um 600.000 zugelegt auf nunmehr 25,3 Millionen Versicherte. Bei den Ersatzkassen blieb die Zahl der Versicherten mit 26,7 Millionen konstant – trotz größeren Abgängen bei DAK, Barmer-GEK und KKH. Während die BKK 70.000 neue Kunden gewannen, waren bei den kleinen Krankenkassen Rückgänge zu beobachten.

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