Garantiezinssenkung erhöht BU-Prämien

Berater von Stefan Terliesner

Der Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt zum 1. Januar auf 0,9 Prozent. Dies wird auch Auswirkungen auf die Beiträge von BU-Versicherungen haben, errechnete der Finanzdienstleister MLP. Besonders junge Versicherte sind hiervon betroffen.

Durch die Senkung des Garantiezinses für Lebensversicherungen steigen auch die Beiträge bei Neuverträgen der BU-Versicherungen, hat der Finanzdienstleister MLP errechnet.

Durch die Senkung des Garantiezinses für Lebensversicherungen steigen auch die Beiträge bei Neuverträgen der BU-Versicherungen, hat der Finanzdienstleister MLP errechnet. Foto: MLP

Der Gesetzgeber senkt den Garantiezins (auch Höchstrechnungszins) für Lebens- und Rentenversicherungen zum 1. Januar 2017 von bislang 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent. Dies hat auch höhere Beiträge bei Neuverträgen in der Berufsunfähigkeitsversicherung zur Folge, schreibt der Finanzdienstleister MLP in einer Pressemitteilung. Seinen Musterrechnungen zufolge könnten die monatlichen Beiträge je nach Altersgruppe und Absicherungszeitraum um bis zu 5 Prozent steigen. Je länger der zu versichernde Zeitraum ist, desto größer falle die Beitragssteigerung aus.

Einfluss abhängig vom Absicherungszeitraum

25-Jährige zum Beispiel müssten ab 2017 für eine BU-Rente von 1.000 Euro im Monat und einem Versicherungsendalter von 67 Jahren (Renteneintritt) mit einer Beitragssteigerung von bis zu 5 Prozent rechnen gegenüber einem Vertragsabschluss noch in diesem Jahr. Bei 35-Jährigen erhöhe sich der Monatsbeitrag bei gleichen Vertragsbedingungen um rund 3 Prozent. Eine Übersicht:                    

Erwartete Erhöhung der BU-Beiträge bei Vertragsabschluss 2017:                  

  • Eintrittsalter 25: Steigerung um 5 %                  

  • Eintrittsalter 35: Steigerung um 3 %                  

  • Eintrittsalter 45: Steigerung um 2 %                  

Annahmen: GZ (Garantiezins aktuell) = 1,25%; GZ (Garantiezins ab 1.1.2017) = 0,9%;           Versicherungsendalter = 67 Jahre; marktübliche Kosten, Stand Kalkulation: August 2016; unterstellt ist, dass die Versicherer keine Kostenreduktionen oder Änderung der Berufseinstufung im neuen Tarif vornehmen.

Anbieterwettbewerb bremst Beitragsanstieg  

Vereinzelt, räumt MLP ein, seien bei der Beitragshöhe ab 2017 aufgrund des Wettbewerbs zwischen den Versicherern auch gegenläufige Tendenzen möglich.

Hintergrund für die erwartete Beitragssteigerung bei Neuverträgen ist, dass die Versicherer mit ihren monatlichen Beiträgen auch Reserven aufbauen müssen. Diese unterlägen dem Höchstrechnungszins – und je niedriger dieser ist, desto stärker müssen sie aus dem zu zahlenden Beitrag gefüllt werden. Die Reserven dienen vor allem dazu, den Beitragsverlauf in den neu kalkulierten Tarifen konstant zu halten.

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