Ergo rutscht in die Verlustzone

Versicherungen Top News von Martin Thaler

34 Millionen Verlust verzeichnete die Ergo im zweiten Quartal dieses Jahres. Ein Grund hierfür sei auch das aktuelle Strategieprogramm, teilte die Konzernmutter Munich Re mit. Diese überraschte viele Analysten.

Die Ergo verzeichnete im zweiten Halbjahr 2016 einen Verlust von 34 Millionen Euro.

Die Ergo verzeichnete im zweiten Halbjahr 2016 einen Verlust von 34 Millionen Euro. Foto: Ergo

Nicht nur für die Allianz rauschte der Gewinn im 2. Quartal dieses Jahres nach unten – auch beim Konkurrenten Ergo ist eine solche Entwicklung festzustellen. So verzeichnete die Ergo im zweiten Quartal 2016 einen Verlust von 34 Millionen Euro – im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 215 Millionen Euro präsentiert worden. Dies ist den Zahlen des Ergo-Mutter Munich Re zu entnehmen, die diese an diesem Dienstag vorlegte.  

Somit kommt die Ergo in den ersten sechs Monaten des Jahres auf einen Verlust von 59 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: Gewinn von 317 Millionen Euro). Hierin enthalten sind allerdings auch 400 Millionen für Restrukturierungsmaßnahmen enthalten, die im Rahmen des in diesem Juni publik gemachten Ergo Strategieprogrammes stattfinden.  

Die Bedeutung eben dieses Programms hob Munich-Re-Vorstandsvorsitzender Nikolaus von Bomhard noch einmal hervor: „Damit haben wir die Weichen für die Zukunft gestellt: Ich bin überzeugt, dass ERGO mit diesem Strategieprogramm beweglicher, innovativer, digitaler, wettbewerbsfähiger und letztlich erfolgreicher werden wird. Damit legen wir die Grundlage für zukünftiges Wachstum sowie für einen signifikanten und nachhaltigen Beitrag zum Konzernergebnis.“  

Ab 2021 Gewinne eingeplant

Bis 2020 will die Ergo eine Milliarde Euro investieren, um den Versicherer fit für die Zukunft zu machen. Gleichzeitig wird Personal abgebaut. Der Großteil der Investitionen soll dabei in die Modernisierung der IT fließen. „Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung für eine erfolgreiche Zukunft von Ergo“, erklärte Ergo-Vorstandsvorsitzender Markus Rieß. Ab 2021 soll die Ergo dann ein Gewinn von einer halben Milliarde Euro im Jahr erwirtschaften.  

Die Ergo-Mutter Munich Re konnte sich von April bis Juni indes trotz schwieriger Weltlage recht gut aus der Affäre ziehen. Zwar ging auch hier der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent zurück – am Ende standen jedoch immer noch 974 Millionen, mehr als viele Analysten erwartet hatten. Dabei hatten Waldbrände in Kanada sowie ein Erdbeben in Japan die Münchener fast eine halbe Milliarde Euro gekostet.  

Profitieren konnte der Rückversicherer indes durch seine Geschäfte mit Kapitalanlagen. Das Kapitalergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,1 Prozent auf 2.750 Millionen Euro.